Sächsisches Modellprojekt „Partner_Stadt“ wird umgesetzt

Dresden - Sechs ostdeutsche Modellprojekte zur innovativen Gestaltung des demografischen Wandels, darunter ein sächsisches, werden im Rahmen des Modellvorhabens „Daseinsvorsorge 2030“ des Bundesinnenministeriums ab 2012 umgesetzt. Dies wurde heute im Zuge der Abschlussveranstaltung des Modellvorhabens in Berlin bekannt gegeben. Der Bevollmächtigte des Freistaates Sachsen beim Bund, Staatssekretär Erhard Weimann nimmt dort neben dem Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Länder Christoph Bergner und der Bevollmächtigten des Landes Brandenburg beim Bund, Staatssekretärin Tina Fischer, an der Podiumsdiskussion „Demografiepolitik – eine Nationale Aufgabe“ teil.

 

Als sächsisches Modellprojekt möchte „Partner_Stadt“ die Herausforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, als Chance begreifen. Hierfür haben sich die Kommunen Oelsnitz/ Erzgebirge, Lugau, Hohndorf und Erlbach-Kirchberg zusammengeschlossen. Ziel dieses interkommunalen Projektes ist es, Senioren aktiver in das öffentliche Leben einzubinden.

 

So sollen sie in verschiedenen Bereichen der Daseinsvorsorge, unter anderem in der Kleinkind- und Hortbetreuung, der Ausbildungs- und Berufseinstiegsbegleitung, der Nachhilfe- und Hausaufgabenbetreuung sowie der Alten- und Krankenpflege eingesetzt werden. Doch geht „Partner_Stadt“ mit Tätigkeitsfeldern wie Stadttourismus und Stadtbildpflege bewusst über den klassisch sozialen Bereich anderer Projekte hinaus. Schließlich ermöglicht das Projekt den Senioren neben der Rente weitere Einkünfte zu erzielen. Das Modellprojekt wirkt damit auch der Altersarmut entgegen.

 

Nach der gelungenen Konzeption soll „Partner_Stadt“ nun in die Umsetzungsphase übergehen. Hierfür stellt der Bund eine Anschubfinanzierung von 150.000 Euro zur Verfügung.

 

„Die Macher des Oelsnitzer Projekts treffen mit ihren Überlegungen genau ins Schwarze. Ich freue mich, dass das innovative Seniorenprojekt nun auch im ‚Echtlauf’ getestet werden kann“, sagte Weimann.

 

Zur Umsetzung des Projektes soll ein eingetragener Verein (e. V.) beauftragt werden. An ihn wenden sich dann Kommunen, Unternehmen oder auch freie Träger, um den Dienst der Senioren in Anspruch zu nehmen. Der Verein erhält für die erbrachte Leistung eine vertraglich festgelegte Vergütung, wovon später auch die Senioren bezahlt werden. Die Kommunikation zwischen dem Verein und den Leistungsempfängern erfolgt über eine durch die Stadt Oelsnitz mit Mitteln des Freistaates Sachsen neu geschaffene Internetplattform - das Senioren-Informations-System (SIS). Alle Angebote und Nachfragen zu Seniorendiensten werden vom Verein verwaltet und sind auf diese Weise schnell und unkompliziert abrufbar.

 

Auch die anderen fünf Modellprojekte der „Daseinsvorsorge 2030“ werden umgesetzt und erhalten ebenfalls eine Anschubfinanzierung. Das Bundesinnenministerium unterstreicht damit auch den Vorbildcharakter dieser sechs ostdeutschen Projekte.

 

 

Quelle: Medienservice Sachsen, 02.11.2011