Rund 40 Neuheiten erstrahlen am Himmel

Auch wenn in der Weco-Produktion Silvester eigentlich schon vorbei ist, herrscht wegen des Jahreswechsels Andrang auf dem Firmengelände.

VON GABRIELE FLEISCHER

FREIBERG - "Cliffhanger" und "Ghostbuster", bei Weco in Freiberg lässt man sich immer wieder neue Namen für die Batteriefeuerwerke einfallen. 80 Zentimeter lang und siebeneinhalb Kilogramm schwer ist das größte. 50 Sekunden lang sind bei Braveheart, was so viel wie tapferes Herz bedeutet, Effekte bis in eine Höhe von 25 Metern zu erleben. "Den Einzug ins Jubiläumsjahr gestalten wir." Frank Pillau Prokurist An die 40 Neuheiten kommen in diesem Jahr allein im Standardprogramm auf den Markt. Nicht nur dem Trend, sondern auch seinem eigenen Geschmack folgend mag der Weco-Vertriebsleiter Frank Pillau Pastellfarben, Goldregen und Blinksterne am Himmel. Selbst wenn die Batteriefeuerwerke mittlerweile auch im Eitorfer Hauptwerk von Weco gefertigt werden, kommt die Masse aus den Produktionsstätten in China. "Das hat wirtschaftliche Gründe", erklärt Pillau. "Dort gelten aber die gleichen Bestimmungen wie bei uns." Darauf würde die Bundesanstalt für Materialprüfung achten. Brachten die Feuerwerker Ende der 90er Jahre noch zwei, drei verschiedene Batterien auf den Markt, so sind es mittlerweile über 50. Und die werden immer ausgeklügelter und umfangreicher. Waren zunächst maximal 200 Gramm Explosionsstoff in einer Batterie erlaubt, sind es jetzt bis zu 500.

"Obwohl die Nachfrage danach steigt, ist die gute alte Rakete nicht vom Silvesterhimmel wegzudenken", sagt Pillau. Ebenso wie die verschiedenen Typen von Knallern, aus denen mittlerweile Ketten geworden sind. Angst vor Ausschuss und Unfällen wegen der immer größeren Dimensionen müsse man nicht haben. "Unsere Reklamationsquote liegt bei 0,01 Prozent, ist also kaum messbar. Wer sich an die Gebrauchsanweisung hält, fährt gut." Außerdem warnt Pillau: "Von Artikeln, die kein Prüfzertifikat haben, sollte man die Finger lassen."

Sicherheit hat auch bei der Arbeit der 105 Beschäftigten, zu denen von Juli bis November 45 Saisonkräfte gehören, oberste Priorität. Stück für Stück ergänzen Frauen die Raketenhülsen mit Treibern und Effekten. Bei jedem pneumatischen Pfeifen fällt eine Rakete in eine Kiste außerhalb der kleinen Produktionshalle. Jede Maschine ist aus Sicherheitsgründen extra untergebracht. Brigitte Choragwicki und Antje Birndt kontrollieren ständig die Ware.

Eigentlich haben die Beschäftigten ihr Betriebs-Silvester schon hinter sich. Was jetzt bei den Feuerwerkern entsteht, ist die Vorhut für den Jahreswechsel 2012/2013. "Vielleicht wird das eine oder andere Produkt kurz vor Ultimo gewünscht, aber uns fordert derzeit vor allem der Versand", erklärt Pillau. Während vier bis sechs Lkw pro Tag mit Ware ins Gelände am Pulvermühlenweg kommen, verlassen das Werkstor zehn bis zwölf zu den Kunden. Regelmäßig bekommt Weco jetzt Besuch vom Ordnungsamt. Strenge Kontrollen müssen sein.

Hat man da selbst noch Lust auf Silvester mit Goldregen? "Klar", betont Pillau. "Auch wenn es dieses Jahr für mich dienstlich wird. Den Einzug ins Freiberger Jubiläumsjahr gestalten wir auf dem Obermarkt." Letzte Absprachen für ein Bühnenfeuerwerk gab es Donnerstagabend.

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 10.12.2011