Prof. Helmuth Albrecht wird Berater der UNESCO

Erzgebirgsbotschafter Professor Helmuth Albrecht gehört ab sofort einem Beratergremium der UNESCO an.

Der Direktor des Instituts für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte an der TU Bergakademie Freiberg, Professor Helmuth Albrecht, ist durch die Versammlung des Internationalen Rats für Denkmalpflege Deutschland (ICOMOS-Deutschland) in München zum neuen Mitglied des Expertengremiums gewählt worden. Damit würdigt der Rat seine Verdienste für die Lehre und Forschung im Bereich der Industriearchäologie sowie sein langjährigen Engagement für die Industriedenkmalpflege auf nationaler und internationaler Ebene. ICOMOS ist die weltweite Organisation von Experten, die die UNESCO in allen Fragen des Weltkulturerbes berät, für die UNESCO alle Weltkulturerbe-Anträge prüft und auch die Einhaltung der Welterbe-Kriterien bei den Welterbe-Stätten laufend überwacht.

 

Prof. Helmuth Albrecht bewertet seine Wahl in den Rat als Anerkennung der Leistungen der TU Bergakademie beim Aufbau des einzigen deutschsprachigen Studienprogramms für Industriearchäologie: „Zudem wird damit die nationale und internationale Bedeutung des Instituts für Wirtschaft- und Technikgeschichte im Bereich der Industriedenkmalpflege, Industriekultur und Industriearchäologie honoriert.“ Durch die Mitgliedschaft Albrechts im ICOMOS sowie in der internationalen Denkmalschutzorganisation (TICCIH), im sächsischen Kultursenat und durch seinen Vorsitz des Wissenschaftlichen Beirates für Industriekultur in Sachsen ist das Institut für Wirtschaft- und Technikgeschichte in vielen Gremien vertreten und kann dadurch auch Initiativen auf Landesebene mitgestalten. „Dies ist für Sachsen nicht ganz unwichtig, da die Regierungskoalition in ihrem Koalitionsvertrag die Notwendigkeit der Förderung und Bewahrung der Industriekultur in Sachsen ausdrücklich hervorhebt und inzwischen auch entsprechende Initiativen wie zum Beispiel eine Route der Industriekultur in Sachsen auf den Weg gebracht hat“, so Albrecht.

 

Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS = International Council on Monuments and Sites) wurde 1965 in Warschau gegründet, ein Jahr nach der Unterzeichnung der Charta von Venedig, der Internationalen Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern und Ensembles. ICOMOS ist die internationale nichtstaatliche Organisation, die sich weltweit für Schutz und Pflege von Denkmälern und Denkmalbereichen und die Bewahrung des historischen Kulturerbes einsetzt. Der Rat beteiligt sich als Berater und Gutachter an der Arbeit des Welterbe-Komitees und an der Erfüllung der UNESCO-Konvention zum Weltkulturerbe. Nationalkomitees bestehen in mehr als 120 Ländern. ICOMOS hat außerdem mehr als 25 Internationale Wissenschaftliche Komitees.

 

Das deutsche Nationalkomitee von ICOMOS setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Erhaltung von Denkmälern, Ensembles und Kulturlandschaften ein. Um die Fachwelt und Öffentlichkeit zu beraten und das öffentliche Interesse für Denkmalschutz und Denkmalpflege zu fördern, ist das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS unter anderem in den Bereichen Monitoring und Information zu den deutschen Denkmälern auf der Liste des Weltkulturerbes, Vorbereitung und Durchführung von internationalen Kolloquien und bei Tagungen zu Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege aktiv. Zudem erstellt das deutsche Nationalkomitee wichtige Grundsatzpapiere zur Denkmalpflege arbeitet mit anderen nationalen Komitees sowie mit verschiedenen nationalen Gremien (Vereinigung der Landesdenkmalpfleger, Deutsche UNESCO-Kommission, Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz) und mit internationalen Organisationen (UNESCO, ICCROM, Europarat) zusammen.