Papierspezialist baut Wehr zurück und Umsatz aus

Vielfältige Produkte entstehen aus den extrem dünnen Papieren der GRÜNPERGA Papier GmbH. (Foto: Grünperga)
Vielfältige Produkte entstehen aus den extrem dünnen Papieren der GRÜNPERGA Papier GmbH. (Foto: Grünperga)

Bei Grünperga in Grünhainichen läuft die Produktion rund um die Uhr. Das Wasser der Flöha muss dafür nicht mehr angestaut werden.

 

Grünhainichen. Grünperga muss kein Wasser mehr anstauen. Das Grünhainichener Unternehmen hat das Flöhawehr zurückgebaut. Das zur Papierherstellung unerlässlich Nass gelangt über eine neue Zuleitung aus dem Fluss in den Betrieb. Rund 50.000 Liter Wasser werden stündlich aus der Flöha entnommen.

 

"Durch den Rückbau können Fische diesen Bereich wieder ungehindert passieren, was aus gewässerökologischer Sicht sehr positiv ist", sagt Ulf Ender. "Und zweitens", so der Grünperga-Geschäftsführer weiter, "wird der Hochwasserschutz erhöht". Denn ohne Wehr gebe es auch keinen Rückstau, bei dem der Fluss das Betriebsgelände fluten könnte.

 

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Einen Stillstand können sich die Grünhainichener, die sich als Hersteller feinster Spezialpapiere einen Namen gemacht haben und sich seit Jahren auf dem Weltmarkt behaupten, auch nicht leisten. "Obwohl die Maschinen rund um die Uhr laufen, können wir nicht alle Anfragen bedienen", schildert Ender. Produziert werde in drei Schichten, die Anlagen seien zu 100 Prozent ausgelastet. "Mehr geht nicht", sagt der 53-Jährige. Über Weihnachten ruhte die Produktion zum einzigen Mal im vergangenen Jahr. Ender: "Das hatten sich alle verdient."

 

Die Nachfrage nach Pergamin-, Krepp- und fettdichtem Papier sei groß, sagt Ender: "Unsere Spezialpapiere werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, sind unbedenklich im Kontakt mit Lebensmitteln, komplett recycelbar und kompostierbar. Wegen uns muss kein Regenwald abgeholzt werden." Pro Jahr werden in Grünhainichen rund 17.000 Tonnen Papier produziert: für den Einsatz als Klarsichtfenster im Briefumschlag, als Filtertüte für Kaffeemaschinen, als Pralinenverpackung oder als hauchdünne Zwischenseite im Fotoalbum.

 

73 Prozent der Produktion gehen laut Ender in den Export. Das Gros der Abnehmer sitze aus logistischen Gründen in Westeuropa, Papier "made" in Grünhainichen werde aber auch aus Australien geordert. Der Umsatz sei 2017 mit rund 21,5 Millionen Euro so hoch wie noch nie in der 17-jährigen Firmengeschichte gewesen.

 

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