Olympia-Ausstatter will weiter wachsen

Die Scharfensteiner Brandes Technik hat sich mit der Entwicklung einer Schanzen-Anlaufspur einen Namen gemacht. Das ist aber nur eine Facette des Produktspektrums.

 

Scharfenstein. Wenn sich heute Nachmittag im südkoreanischen Pyeongchang die Weltelite im Einzelspringen der Herren misst, dann werden die Mitarbeiter der Scharfensteiner Firma Brandes Technik das Geschehen auf der Großschanze mit besonderem Interesse verfolgen. Denn die Sportler starten auf einer Anlaufspur, die das Unternehmen in Kooperation mit dem rheinländischen Partner Ceramtec und zwei weiteren Firmen aus dem Erzgebirge entwickelt und vor zweieinhalb Jahren installiert hat.

 

"Aloslide" nennt sich die Technologie, an der Joachim Winterlich, ehemaliger Trainer von Skisprunglegende Jens Weißflog, und der frühere Brandes-Geschäftsführer Steffen Jarzombek maßgeblich beteiligt waren: Im Sommer gleiten die Springer über Keramiknoppen, im Winter über eine per Kühlleitungen vereiste Spur. Das System hat sich schon bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi bewährt. "Wir hoffen für dieses oder nächstes Jahr auf eine weitere Anfrage", sagt Volker Schreiter, der zusammen mit Gunter Neef seit 2014 die Geschäfte von Brandes führt.

 

Die Ausstattung von Olympia-Schanzen gehört zweifelsohne zu den größten Posten in den Büchern von Brandes. Dabei hängen die Scharfensteiner ganz und gar nicht am Tropf von nur wenigen Auftraggebern. "Wir beliefern inzwischen mehr als 700 Kunden", sagt Volker Schreiter. 

 

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Erzeugnisse aus dem Hause Brandes könnten in fast jedem Gebäude zu finden sein. Denn das Unternehmen fertigt die kleinen grün-weißen Tafeln, die den Fluchtweg für den Notfall markieren. "Zwei Elektrogroßhändler sorgen auf diese Weise für die Grundlast in unserer Produktion", erklärt Gunter Neef. 30.000 dieser Schilder verlassen jedes Jahr die Manufaktur. Zu den aufwendigeren Arbeiten gehören beispielsweise beleuchtete Acrylglas-Raumteiler oder Sternenhimmel-Leuchten, die in Kreuzfahrtschiffen verbaut werden. "Seit 2014 haben wir unseren Jahresumsatz um 28 Prozent auf drei Millionen Euro erhöht", berichtet Volker Schreiter.

 

Der Erfolg bringt aber auch Probleme. Es geht eng zu in der Produktionshalle. Während in den vergangenen Jahren immer wieder neue Maschinen hinzukamen, konnte das 2008/2009 errichtete Firmengebäude am Zschopauufer kaum verändert werden. Zum Teil wird inzwischen in Containern produziert. Vor vier Jahren erwarb Brandes ein reichlich 5000 Quadratmeter großes Grundstück im ehemaligen DKK-Gelände.

 

Spätestens im Mai soll dort der erste Spatenstich für ein neues Produktionsgebäude erfolgen. 

 

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Quelle: Freie Presse vom 17.02.2018, Mike Baldauf