Oelsnitz erhält Auszeichnung der Karl-Foerster-Stiftung

Das Wunderhorn / © Stadt Oelsnitz

Zum ersten Mal verleiht die Karl-Foerster-Stiftung ihre Auszeichnung für innovative und nachhaltige Freiflächenkonzepte an eine Stadt in Ostdeutschland. Die am Erzgebirgsrand gelegene Kleinstadt Oelsnitz wird für die gleichermaßen von Bürgern und der Stadtverwaltung getragenen Bemühungen zur Aufwertung und zum Erhalt ihrer Grünflächen geehrt.

Wie viele andere Städte in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands hat Oelsnitz einen harten Transformationsprozess durchleben müssen, diesen aber mit viel Engagement und der Einwerbung von Fördermitteln zum Wohle der Bürger positiv gestalten können. Die einst vom Steinkohlebergbau lebende Kommune mit 11.000 Einwohnern hat sich spätestens seit der 2015 hier durchgeführten Landesgartenschau tatsächlich zu einer blühenden Landschaft gewandelt. Fast noch höher sind jedoch die leidenschaftlichen Anstrengungen der Stadt zu werten, die neu geschaffene 15 ha große Parkfläche, die heute den Namen Bürger- und Familienpark trägt, dauerhaft in einem hochwertigen Zustand zu erhalten. Dazu gehört auch, dass man von Anfang darauf geachtet hat, dass das auf einem ehemaligen Güterbahnhof angesiedelte Gartenschaugelände langfristig mit geringem Personalaufwand gepflegt werden kann. 

Anlässlich der Preisverleihung organisierte die Stadt Oelsnitz eine von über 150 Personen besuchte Festveranstaltung in der Stadthalle. Im Namen des gesamten Kuratoriums übergab die Vorsitzende der Karl-Foerster-Stiftung Prof. Dr. Swantje Duthweiler die Karl-Foerster-Auszeichnung an den Bürgermeister von Oelsnitz, Bernd Birkigt. 

In einem Einführungsvortrag gab Prof. Dr. Heinz Hallmann einen Einblick in das Leben und Wirken des Namensgeber der Stiftung, Karl Foerster (1874-1970). Anschließend ließ der Planer Michael Rudolph, Leipziger Planungsbüro Station C23 und verantwortlicher Planer für die Landesgartenschau 2015 in Oelsnitz, die Entstehung der Gartenschau von den ersten Ideen bis zum heutigen Tag Revue passieren.

Kuratoriumsmitglied Heiner Luz, der an der Gartenschau als Pflanzplaner beteiligt war, würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligen und erläuterte eine damals von ihm geplante und im Rahmen der Gartenschau angelegte Prärie- und Steppenpflanzung, die sich noch immer – dank der Pflege und des Engagements der Verantwortlichen im Nachgang zu der Gartenschau – in einem guten Zustand befindet. Prof. Dr. Swantje Duthweiler, betonte in der Laudatio die Bedeutung und Potentiale der Nachnutzung von ehemals industriellen Flächen als öffentliche Parkanlagen.

Auch wenn der Bürgermeister Bernd Birkigt, der den Preis von Swantje Duthweiler in Empfang nahm, das Lob an Planer, den im Park verantwortlichen Gärtner Walter Höver und die vielen ehrenamtlich tätigen Bürger bescheiden weitergab, so gebührt ihm doch eine besondere Ehre. Der Gartenbauingenieur war bis Ende 2015 als Geschäftsführer der Landesgartenschau tätig. In seiner neuen Position gelang es ihm trotz begrenzter finanzieller Ressourcen die Bedeutung des Parks im Bewusstsein der Bürger zu verankern und die notwendigen Mittel für den Erhalt immer wieder durchzusetzen.

 

 

Quelle: ulmer.de / Karl-Foerster-Stiftung