Oben Feuerwerksverkauf - unten Feuerstuhlreparatur

Ein Motorradmechaniker drückt mit 34 Jahren noch einmal die Schulbank, um wieder näher an seinen Kunden zu sein.

 

Grünhainichen. Mehr als 150 Gäste seien am Mittwoch zur Eröffnung gekommen, ist Markus Fleischer noch immer baff. Nicht wenige Zweiradfreunde hätten einen Abstecher vom Oldtimer-Treffen in Augustusburg nach Grünhainichen gemacht. "Denn viele meiner Freunde und Bekannten haben auch noch eine alte BMW", sagt Fleischer. "Aber es waren auch Leute da, die nichts mit Motorrädern am Hut haben. Zum Beispiel eine Frau, die früher einmal in dem Gebäude gearbeitet hat und nur mal schauen wollte, wie es heute an ihrem alten Arbeitsplatz aussieht."

Dort, wo Jahrzehnte lang Holzspielzeug hergestellt wurde, werden seit gestern Kurvenhobel repariert. Der 34-Jährige hat in dem 1938 errichteten Gebäude an der Chemnitzer Straße eine Motorradwerkstatt aufgemacht - die "Motorradfabrik", eine Werkstatt, die sich auf BMW-Motorräder spezialisiert hat.

"Ich wollte wieder näher an die Kunden heran, habe das freundschaftliche Verhältnis zu ihnen vermisst", nennt Fleischer einen Grund für den Sprung in die Selbstständigkeit - nach fast 18-jähriger Tätigkeit als Mechaniker im BMW-Motorradzentrum Chemnitz.

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Auf rund 240 Quadratmetern des Erdgeschosses hat Fleischer mit Hilfe seiner Familie und vieler Freunde das Gemäuer zu Büro, Lager und Werkstatt ausgebaut. Mit allem, was dazugehört: Hebebühnen, Spezialwerkzeug, Ersatzteilen, Diagnosetechnik.

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"Zum Glück haben wir auch vor der Haustür herrliche Motorradstrecken", hofft Markus Fleischer auf gelegentliche Ausritte nach Feierabend. Das könnte klappen: Denn seine Frau Jenny sei begeisterte Sozia und die ältere seiner beiden Töchter ebenfalls schon vom Motorradvirus befallen.

 

Quelle: Freie Presse vom 05.10.2018, Holk Dohle