Nobles Leder für noble Karossen

Es veredelt Sitze und Interieur von Premium-Automarken - Leder von Hewa. Genau in diesem Luxussegment setzt das Unternehmen in Brand-Erbisdorf auf Wachstum und baut seinen Standort am Rande der Bergstadt aus. Gestern ist der Grundstein für ein neues Werk gelegt worden. Für sieben Millionen Euro baut Hewa Leder eine Produktionshalle, in der künftig die gesamte Zurichtung von Rinderhäuten, aber auch Verwaltung und Sozialräume Platz finden. Ein Labor zur Farbeneinstellung der exklusiven Leder sowie ein Chemikalienlager sollen in dem etwa 5000 Quadratmeter großen Neubau ebenfalls untergebracht werden, wie Stephan C. Kratzer, gemeinsam mit Marcus Adelmann Geschäftsführer bei Hewa Leder, sagt. Finanziert werde das Projekt aus Eigenmitteln, einem Kredit und Fördermitteln des Freistaates. Zum Jahresende soll Werk II, das vornehmlich mit regionalen Firmen entstehe, eingeweiht werden.

 

"Ziel ist es, unser Firmenwachstum entsprechend der Entwicklung des Automobilmarktes zu verwirklichen", sagt Kratzer. Dabei weiß das Unternehmen, das seit 2016 zur portugiesischen Coindu-Gruppe gehört, exklusive Partner an seiner Seite. Seit Jahren bereits fertigt es edles Leder für die Sitze und das Interieur der BMW-Gruppe, speziell auch für Rolls Royce. "Wir möchten die Lederproduktion bei Hewa und die Herstellung der fertigen Sitzbezüge bei Coindu zunehmend verzahnen", blickt Kratzer, auch Geschäftsführer der deutschen Coindu GmbH, voraus. Beispielsweise laufe bereits die Entwicklung von Leder-Sitzbezügen für zwei Premium-Modelle des VW Konzerns. Kratzer rechnet damit, dass diese im Laufe des Jahres beziehungsweise Mitte 2019 in Serie gehen. Die BMW-Gruppe ist seit langem Hauptkunde von Hewa, und die Manufaktur der Rolls Royce Cars im englischen Goodwood vertraut seit rund 15 Jahren für ihre Fahrzeuge ausschließlich auf Leder aus Brand-Erbisdorf. Aktuell gibt es das Leder in 160 Farben und Varianten.

 

"Etwa 4000 Rolls Royce sind vergangenes Jahr mit Leder aus der Firma Hewa ausgestattet worden", sagt Ruth Hucklenbroich, Sprecherin bei Rolls Royce Motor Cars in München. Das Leder zeichne sich durch hohe Qualität in der Verarbeitung aus.

 

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Quelle: Freie Presse vom 21.04.2018, Astrid Ring