Neubau: Tuning-Firma will Produktionsfläche verdoppeln

Die geplante Millioneninvestition in der Kreisstadt geht mit der Schaffung von mindestens fünf Arbeitsplätzen einher.

VON THOMAS WITTIG

ANNABERG-BUCHHOLZ - Was haben der Ex-Formel 1-Pilot Heinz-Harald Frentzen und Sven Hannawald, einziger Skispringer, der alle vier Wettbewerbe der Vier-Schanzentournee gewonnen hat, gemeinsam? Sie vertrauen auf Auspuffanlagen der Annaberger Firma M & M Exhaust. Eine solche war etwa an der Corvette verbaut, mit der die beiden früheren Weltklassesportler dieses Jahr in der Rennserie ADAC GT Masters erfolgreich auf Punktejagd gegangen sind. Doch nicht nur sie, auch Vertreter anderer Rennställe sowie Privatkunden weltweit setzen auf die Technik aus dem Erzgebirge. Folge: M & M Exhaust ist an der Grenze seiner Produktionskapazität angelangt. Mit einer Millioneninvestition soll diese nun verdoppelt werden.

"Bis Jahresende wollen wir die Planung fertig stellen. Der eigentliche Bau soll im Frühjahr 2012 beginnen", sagt Firmenchef Tilo Koch. Die neue Produktionshalle wird direkt neben der bestehenden errichtet und soll mit einer Grundfläche von 800 Quadratmetern auch die gleiche Fläche aufweisen.

Möglich wird das, weil sich das Unternehmen am Standort im Gewerbegebiet Oberer Bahnhof bereits vor längerer Zeit Optionsflächen in einer Gesamtgrößenordnung von fast 1000 Quadratmetern bei der Stadt Annaberg-Buchholz gesichert hat. Diese veräußerte die Kommune jetzt nach Stadtratsbeschluss an die Tuning-Firma.

"Wir haben dieses Jahr erstmals mit unseren Kunden und Wiederverkäufern Statistik geführt und damit festgehalten, was wir hätten mehr verkaufen können, wenn entsprechende Kapazitäten vorhanden gewesen wären", erklärt Koch. Dabei habe unter dem Strich eine Zahl gestanden, die keine andere Entscheidung als eine Erweiterung zugelassen habe. 580.000 Euro soll die neue Halle kosten. Die dafür nötigen Maschinen kalkuliert der Firmenchef mit reichlich 400.000 Euro. Wenn alles nach Plan läuft, geht Koch von einer 45-prozentigen Förderung aus. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist spätestens für Herbst 2012 anvisiert. Dann sollen zu den vorhandenen elf Arbeitsplätzen mindestens fünf neue hinzukommen.

Begonnen hat die Geschichte der Firma vor elf Jahren in einer Garage. "Wir haben damals zunächst Auspuffanlagen für Schiffsmotoren gebaut. Weil das nächste Meer aber ein gutes Stück weg ist vom Erzgebirge, sind wir schließlich bei Auspuffen für Autos gelandet", blickt Koch zurück. Um in all den Rennserien Fuß zu fassen, in denen M & M heute vertreten ist, sei es aber ein langer Weg gewesen. "Durchschnaufen ist nicht möglich . Es muss ständig weiter- beziehungsweise neuentwickelt werden", betont Koch.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 01.11.2011