Nachwuchsförderung im Blick: Metallveredlung Kotsch GmbH

Hardy Kotsch ist seit zehn Jahren ehrenamtlicher Prüfer der Industrie- und Handelskammer. In seiner eigenen Firma bleiben Lehrstellen bedauerlicherweise unbesetzt.

 

Jung, dynamisch und sehr um den Nachwuchs bemüht. Dafür steht der 38-Jährige Geschäftsführer der Metallveredlung Kotsch GmbH in Schneeberg, Hardy Kotsch, der dritten Generation ein Familienunternehmen führt, das in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert. Seit zehn Jahren ist er zudem als ehrenamtlicher Prüfer im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz aktiv. Dafür erhielt der Galvaniseur jetzt die Ehrennadel in Bronze. Damals war er mit gerade einmal 28 Jahren der jüngste Prüfer im Raum Chemnitz.

 

Wie es dazu kam, weiß Hardy Kotsch noch ganz genau: "Die Berufsschule in Zwickau befand sich damals im Aufbau", erinnert sich Kotsch: "Ich hatte meine Ausbildung abgeschlossen und meinen Meister gemacht." Aufgrund seines hervorragenden Abschlusses, er war Bundessieger im Ausbildungsberuf Galvaniseur, wurde er seitens der IHK angesprochen und gefragt, ob er sich nicht als Prüfer einbringen wolle. "Ich habe freudestrahlend zugesagt, denn ich wollte mich engagieren, um ein Stück weit Einfluss zu nehmen. Mir ging es immer um eine praxisnahe Ausbildung."

 

Zudem wollte Kotsch dem neuen Ausbildungsgang an der Zwickauer Berufsschule über die ein oder andere "Kinderkrankheit" hinweghelfen. Heute erstellt Kotsch gemeinsam mit Kollegen in seiner Branche die Prüfungsaufgaben im Bereich der neuen Bundesländer. Obwohl die Prüfertätigkeit Ehrenamt ist, nimmt sie viel Zeit in Anspruch."Die Abschlussarbeiten korrigiere ich selbst, wenn es sein muss unter Sonnenhut im Urlaub am Gardasee", sagt er.

 

Über die Jahre hat der 38-Jährige feststellen müssen, dass sich die Jugend stark verändert hat. "Sie sind oft weniger belastbar, kommt mit weniger Vorwissen von der Schule." Sowohl als Ausbilder als auch als Prüfer brauche man immer mehr soziale Kompetenzen, um die Jugend mehr denn je an die Hand zu nehmen. Zudem merkt der 38-Jährige auch in seiner Firma, dass es immer schwieriger wird, Lehrlinge zu finden. "Seit drei Jahren schon konnten wir keine neuen Azubis aufnehmen", sagt Kotsch. Für ihn ein sehr bitteres Ergebnis.

 

Quelle. Freie Presse vom 06.03.2015 (Katja Lippmann-Wagner)