Nach Insolvenz: Glaswerk wagt Neustart

Dem Schneeberger Glasveredler drohte wegen wirtschaftlicher Probleme 2015 das Aus. Mit neuem Chef und Profil sieht sich das Unternehmen heute gut gerüstet - und peilt für dieses Jahr einen Millionenumsatz an.

 

Schneeberg. Für Tiemo Gruner ist es eine glasklare Sache gewesen: Das Glaswerk Schneeberg, einer der modernsten Glasbearbeitungsbetriebe im Erzgebirge, darf nicht einfach so vom Erdboden verschwinden. Als das Unternehmen 2015 in die Insolvenz schlitterte und das Aus drohte, wagte er gemeinsam mit zwei weiteren Gesellschaftern den Neustart - und übernahm die Geschäfte.

 

Mit Erfolg, wie sich heute zeigt. Denn inzwischen sind die Auftragsbücher der Glastechnik Schneeberg, wie sich das Unternehmen heute nennt, wieder gut gefüllt. Geschäftsführer Gruner peilt für dieses Jahr einen Umsatz von mehr als 1,3 Millionen Euro an. Und das, obwohl mit Solarworld Freiberg erst jüngst ein lukrativer Kunde verloren ging. Für die Solarzellen-Produktion in Mittelsachsen hatten die Schneeberger Glasplatten geliefert. Doch nachdem Solarworld die Verlagerung eines Produktionsbereiches ankündigte und Stellen strich, fiel dieser Auftrag weg. "Das können wir aber gut verkraften", sagt Gruner. "Es ist nur ein Kunde von vielen."

 

 

 

Quelle: Freie Presse vom 17.03.2017, Jürgen Freitag