Nach dem Raub im Grünen Gewölbe: Sicherheit von Museumsvitrinen im Fokus

 / © Seiwo Technik GmbH

Wäre der spektakuläre Raub im Grünen Gewölbe in Dresden mit einer anderen Vitrine zu verhindern gewesen? Dr. Jan Wabst, Geschäftsführer der Seiwo Technik GmbH im erzgebirgischen Scharfenstein, mag sich an blinden Spekulationen nicht beteiligen. „Ich kenne nur das im Internet veröffentlichte Polizeivideo, aber nicht die genauen Bedingungen vor Ort. Dass die Scheiben allerdings derart schnell zu Bruch gingen, hat auch mich überrascht“, sagt er.

Um zu einer abschließenden Bewertung zu kommen, müssten verschiedene Faktoren beachtet werden. Fakt ist aber auch, dass die höchste Sicherheitsklasse eines derzeit auf dem Markt erhältlichen Sicherheitsglases bis zu 70 Axtschläge aushält und der Bearbeitung mit einem Winkelschleifer bis zu 20 Minuten widerstehen kann. Ob dieses Sicherheitsglas allerdings beim Bau einer Ausstellungsvitrine Verwendung findet, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. „Eine wichtige Rolle spielt die jeweilige Philosophie des Hauses, nach der wir uns als Dienstleister natürlich richten“, sagt Dr. Jan Wabst. Das 60 Mitarbeiter zählende Unternehmen hat namhafte Einrichtungen wie das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg oder das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart auf seiner Kundenliste stehen. „Manche Museen legen Wert auf eine möglichst sichere Vitrine, was dann natürlich Einfluß auf die Präsentation hat. Andere sichern die Museumsräume so, dass potenzielle Diebe von vornherein abgeschreckt werden. An die Sicherheit der Vitrine werden dann weniger hohe Anforderung gestellt“, sagt Dr. Jan Wabst. Er geht davon aus, dass es in einigen Museen bezüglich der Sicherheit nach den Erfahrungen in Dresden zu Veränderungen kommen wird. Zu beachten sei dabei allerdings, dass die Dicke des Glases immer auch Auswirkungen auf die Sichtbarkeit des Objektes hat. Dazu kommen die Anforderungen, die die Größe der Räume, die Statik oder der Denkmalschutz an die Planer stellen.   

Bei der Seiwo Technik GmbH sorgen zwölf Mitarbeiter in der Konstruktionsabteilung dafür, aus den Ideen der Museumsmitarbeiter einen Plan zu machen, der am Ende in den Werkstätten des Unternehmens umgesetzt wird. Das Aufstellen der im Erzgebirge gefertigten Vitrinen vor Ort in den Museen übernehmen ebenfalls die Seiwo-Techniker. „Jeder Auftrag bringt neue Herausforderungen mit sich, aber bis jetzt sind wir noch jedem Anspruch unserer Kunden gerecht geworden“, sagt der Geschäftsführer.