Markante Handschrift in Holz erkennbar

Mario Günther | Massivholzdesign / © Regionalmanagement Erzgebirge

Ein Besuch in der Werkstatt von Massivholzdesign in Langenberg lohnt sich immer wieder. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt- dennoch ist der Chef nicht ganz zufrieden.

 

 

Ernsthaft Grund zur Sorge hat Firmenchef Mario Günther definitiv nicht. Es gibt etliche Auftraggeber, die gern und immer wieder an seine Bürotür in Langenberg klopfen. Sogar Lehrlinge bekommt er "ganz spontan", erzählt er und stellt mit Sophie Rekewitz den neuen Schützling vor. Die 19-Jährige aus dem benachbarten Schwarzbach, hat im Sommer dieses Jahres ihr Abitur abgelegt und sich nach einem Praktikum in der Werkstatt kurzerhand "umentschieden": Statt eines Studiums will sie nun erst einmal etwas Handfestes lernen, wie sie sagt. "Studieren kann ich auch später noch", meint sie und reibt einen der fast fertigen, neuen Raumteiler mit einem Pflegeöl ein.

Dieser Raumteiler wird für ein weiteres "Hans-im-Glück"-Restaurant gebaut. "Da gibt es ein alternatives Angebot an Grillburgern", erklärt Günther. Die Filiale in Chemnitz habe er möbliert und dabei versucht, das nachhaltige gastronomische Konzept des Anbieters mit dem entsprechenden Interieur zu unterstreichen. Das scheint gelungen, denn nun arbeitet Günther mit seinem Team bereits am Möbel für eine nächste Niederlassung dieser Kette.

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Der Chef des Unternehmens entwirft jedes Teil individuell. Die wichtigste Zutat ist dabei eine riesige Portion kindlicher Fantasie, die er sich erhalten hat. Bis heute - fast 30 Jahre nach Firmengründung. Was Illustratoren von Kinderbüchern nur auf Papier zeichnen können, vermag Günther mit seinen Mitarbeitern in Holz in die Wirklichkeit zu stellen - zum Spielen, zum Klettern, zum Benutzen. Der Auftrag der Stadt umfasst rund 28.000 Euro und ist damit einer der kleineren, die realisiert werden.

"Mir geht es wirklich nicht um die Größe der Aufträge", betont Günther (56). Und doch ist er traurig, dass verhältnismäßig wenig Aufträge aus der Region kommen. Das Gros seiner Auftraggeber komme aus den Großstädten, seien Hotels und Gaststätten in Österreich und der Schweiz. Gerade was die regionstypische und zugleich nachhaltige Einrichtung von Lokalitäten angeht, so gebe es im Erzgebirge noch so viel, was man anders, besser und markanter machen könnte, sagt er, der voller Ideen steckt.

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Quelle: Freie Presse, 6. November 2019, Beate Kindt-Matuschek