Kunststoff für die Küste: Reluma will weiter wachsen

Rettungsschwimmerhaus auf Rundpfählen aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff von Reluma aus Großrückerswalde (Foto: Reluma International GmbH)
Rettungsschwimmerhaus auf Rundpfählen aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff von Reluma aus Großrückerswalde (Foto: Reluma International GmbH)

Das Großrückerswalder Unternehmen zeigt ab heute seine Produkte auf einer europaweiten Messe in Nürnberg. Derzeit wird an neuen Rezepturen geforscht.

 

Großrückerswalde. Es riecht nach verbranntem Toast in der Werkhalle. Leicht süßlich. Dazu das dumpfe Wummern von Maschinen. John Krausz steht mittendrin und drückt Knöpfe. Er bedient eine Anlage, die dunklen, zerbröselten Abfall in einen blauen Trichter befördert. Extruder lautet der Fachbegriff für den Behälter. In seinem Innern werden Kunststoffreste auf 160 Grad Celsius erhitzt, verflüssigt und dann in Stahlformen gegossen. Später verlassen sie die Halle als Bahnschwellen, Stege oder Wellenbrecher.

 

John Krausz ist Anlagenführer der Reluma International in Großrückerswalde. Relumat 2000 nennt sich der Recyclingkunststoff, den er und seine 24 Kollegen Tag für Tag herstellen - für Projekte in Spanien, Polen, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Norwegen, Österreich, Rumänien und Großbritannien. Rund 200 Tonnen sind es im Monat. Ein Teil davon ist nun auch in Nürnberg zu sehen. Dort zeigt die Reluma ihre Produkte von heute bis Samstag auf der Galabau, einer europäischen Fachmesse für Garten- und Landschaftsbau sowie Sportplätze. Die Veranstalter erwarten 67.000 Besucher und 1400 Aussteller.

 

Punkten will das Unternehmen mit den Eigenschaften des Relumats, aus dem auch der eigene Messestand gebaut ist: Es kann wie Holz gesägt, geschraubt und gebohrt werden - fault aber nicht, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt. "Auch Holzwürmer sind kein Problem", sagt Hans-Georg Simon, Geschäftsführer der GmbH. Als Bahnschwelle eignet sich der elastische Stoff, weil er - anders als etwa Eisen - nachgibt und Geräusche dämmt.

 

Quelle: Freie Presse vom 14.09.2016, Christoph Pengel