Kunsthandwerk verzeichnet Aufschwung

Die Picus-Pyramide, ein exklusives Erzeugnis / © Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Nach schwierigen Jahren, in denen die Zukunft der Branche infrage gestanden hat, wächst das Interesse an den Traditionsberufen wieder.

 

Über 19 neue Lehrlinge kann sich der Verband erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller im begonnenen Ausbildungsjahr freuen. Darunter sind erstmals wieder fünf angehende Drechsler - "so viele, wie lange nicht", konstatiert Geschäftsführer Frederic Günther. Der Verband begleitet seit 1995 die Ausbildung für die traditionsreichen Holzberufe in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule in Seiffen - der einzigen Ausbildungsstätte ihrer Art in Deutschland.

Zu den neuen Lehrlingen gesellen sich sieben im zweiten Lehrjahr sowie zwölf im dritten. Der Großteil nutzt die Verbundausbildung von Schule und Betrieb. Manche werden auch direkt von ihren Unternehmen ausgebildet. Günther wünscht sich, dass es noch mehr Firmen werden. Die Ausbildung sei überlebenswichtig für die Branche.

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Die Sorge um den Erhalt kleinerer Branchen wie die der Kunsthandwerker treibt auch Steffen Böttcher um, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Erzgebirge. "Wie weit wird über Generationen erworbenes Wissen überhaupt noch weitergegeben?", fragt er. 

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Auch dem Kunsthandwerk in der Region zollt er Respekt. Nicht nur, dass von den deutschlandweit insgesamt 833 Beschäftigten der Branche 286 im Erzgebirge arbeiten. Auch von den insgesamt 55 Lehrlingen würden etwa 60 Prozent in der Region ausgebildet. "Das ist ein beachtlicher Beitrag zum Erhalt der Branche", konstatiert der Agenturchef.

 

Quelle: Freie Presse, 4. November 2019, Antje Flath