Klinikausstatter steht auf gesunden Beinen

Der Saydaer Möbelbauer erweitert die Produktionsbereiche. In diesem Jahr erzielt der Betrieb den bisher höchsten Umsatz.

VON ASTRID RING

SAYDA - Mit Investitionen in alle drei Produktionsbereiche stellt die Möbelbau Sayda GmbH die Weichen auf Zukunft. Erst vor wenigen Tagen hat der Klinikdienstleister in der Erzgebirgsstadt eine neue Halle für die Endmontage in Betrieb genommen und damit diese Abteilung um etwa 400 Quadratmeter erweitert. "Insgesamt wollen wir rund 800.000 Euro investieren. Mit der neuen Halle haben wir dieses Jahr die knappe Hälfte umgesetzt", sagt Geschäftsführer André Uhlig. In den nächsten zwölf Monaten soll ein Neubau für die Vor- sowie Sonderfertigung folgen, denn die Firma platzt quasi aus allen Nähten.

"Wir haben einen Auftragsvorlauf bis etwa Ende Mai."

André Uhlig Geschäftsführer

Die Finanzierung einschließlich der 25 Prozent Fördermittel sowie die Verträge mit den einzelnen Firmen für das Projekt haben die Möbelbauer quasi in trockenen Tüchern.

Mit der Erweiterung soll sich aber nicht nur das Raumproblem entspannen. "Wir kaufen auch Maschinen hinzu und wollen so die Produktionsabläufe optimieren", erläutert der Chef, der seit 2008 die Firmengeschicke lenkt. Das Unternehmen hat sich als Komplettausstatter für das Gesundheits- und Sozialwesen einen Namen gemacht - und das nicht selten in Zusammenarbeit mit Fachfirmen für Medizintechnik. Aus der Kleinstadt kommen "maßgeschneiderte" Funktionsmöbel für Untersuchungsräume ebenso wie beispielsweise für die Medikamentenlagerung. Empfangstresen, Mobiliar für Patientenzimmer und -bäder werden gefertigt wie auch Reinraummöbel, die unter anderem in der Pharma- und Lebensmittelindustrie besonderen Bedingungen genügen müssen. Alles entsteht aus speziell beschichteten Spanplatten in verschiedenen Dessins und Farben. "Für jedes Projekt wird das Möbel nach den Vorstellungen der Auftraggeber entworfen und gefertigt", erläutert André Uhlig. Der Betrieb, der mit seinen Zulieferern im Fachring Erzgebirgischer Objektausstatter organisiert ist, akquiriert inzwischen Aufträge nicht nur in Deutschland: "Wir haben 2011 das Kinderkrebszentrum in Moskau ausgestattet", nennt der Geschäftsführer einen Großauftrag von reichlich zwei Millionen Euro. Außerdem wurde das neue Diagnostisch-Internistisch-Neurologische Zentrum der Dresdner Universitätsklinik möbliert - Kosten 1,4 Millionen Euro. Kurz vor dem Abschluss stehen jetzt die Arbeiten im Dortmunder Klinikum. Den Weg ins Erzgebirge finden Aufträge aus dem In- und Ausland oft über das firmeneigene Vertriebsnetz. André Uhlig: "In der Regel umfassen sie 50.000 bis 500.000 Euro." Ein Umsatz von rund 7,5 Millionen steht 2011 zu Buche, der größte in der Firmengeschichte.

Aus jetziger Sicht können die Saydaer optimistisch vorausblicken. "Wir haben Auftragsvorlauf bis Ende Mai und rund zwei Millionen Euro über Verträge abgesichert", untermauert der Chef das Ziel der Möbelbauer 2012: Umsatz von rund 5,5 Millionen Euro. Diese Auftragslage trägt mit zu einem geruhsamen Weihnachten für die 67 Beschäftigten bei, die großteils mehrschichtig arbeiten. "Wir kennen andere Zeiten und haben auch Durststrecken überstehen müssen", denkt André Uhlig zurück, der seit 2001 zum Betrieb gehört. Der diplomierte Ingenieur ist nun größter Anteilseigener und hat mit Michael Bork, Leiter Projektmanagement, die GmbH 2006 von den Vorgängern gekauft. Kürzlich wurden André Uhlig und der ehemalige Geschäftsführer Volker Kurzweil mit dem "Sächsischen Meilenstein" für erfolgreiche Unternehmensnachfolge geehrt. Die 5000 Euro Preisgeld hat der heutige Chef dem Kinderhospiz in Leipzig gespendet. André Uhlig: "Ich habe zwei gesunde Kinder und glaube, es ist das Schwerste, Kinder aufgeben zu müssen. Deshalb will ich das Hospiz unterstützen."

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 16.12.2011