Jugend forscht: Gymnasiastin misst Reaktion aufs Klatschen

In einem Wettbewerb hat Clara Kristen bewiesen, dass ein akustischer Reiz die Leitfähigkeit der Haut durchaus verändern kann. Das testete sie an ihren Mitschülern in Zwönitz aus. Und die hat sie dabei ganz schön überrascht.

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"Ich mag Physik, deshalb absolvierte ich im Januar 2018 ein Praktikum an der Technischen Universität in Chemnitz", erklärt die Dorfchemnitzerin. "Dort entstand die Idee, über die Veränderung des Hautleitwertes zu forschen, denn dieser ist nicht immer gleich." Doch wodurch verändert sich die elektrische Leitfähigkeit der Haut? "Die Epidermis, also die Oberhaut, leitet den Strom nicht so gut. Erst wenn die Schweißdrüsen aktiviert werden und Flüssigkeit ausstoßen, dann erhöht sich messbar die Leitfähigkeit."

Wie diese Reaktion beeinflussbar ist, wollte Clara Kristen untersuchen. "Doch ein bereits existierendes Messgerät lieferte keine guten Ergebnisse. Die Kurven waren verrauscht und damit nicht aussagekräftig." Also entwickelte die Schülerin einen neuen Versuchsaufbau mit zwei Elektroden und einem Messgerät. "Durch die Verbindung mit einem Computer kann ein Programm die Messwerte in einer Kurve darstellen." Das schwarze Kästchen, das die Spannungsversorgung durch zwei Batterieblöcke enthält, baute sie selbst. Auch die entsprechende Schaltung auf einer Leiterplatte lötete die 17-Jährige.

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Allein mit der Entwicklung des Versuchsaufbaus und der entsprechenden Technik war es jedoch nicht getan. "Ich habe meine Ergebnisse zudem ausgewertet und präsentiert." Für diese Arbeit zum Klatschen gab es auch Beifall von der Jury beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" Anfang März. Für ihre Forschung bekam Clara Kristen den ersten Preis in der Kategorie Physik. Seit dem gestrigen Donnerstag stellt sie erneut das von ihr entwickelte Messgerät vor - diesmal beim Landeswettbewerb von "Jugend forscht".

Für ihre Zukunft hat die Gymnasiastin konkrete Pläne: "Ich will nach meinem Abitur ab Herbst in Jena Medizintechnik studieren." Doch nicht nur die Naturwissenschaften haben es der Dorfchemnitzerin angetan. Auch die Theaterbühne reizt sie. "Ich bin derzeit Co-Regisseurin bei der Theatergruppe Limited Edition in Stollberg." Diese kreative Arbeit sei ein sehr guter Ausgleich zur Wissenschaft. "Das Theater soll aber vor allem ein Hobby bleiben", sagt Clara Kristen.

 

 

Quelle: Freie Presse vom 05.04.2019, Thomas Mehlhorn