In Schönheide gefertigte Teile stecken in jedem zehnten Pkw

Einen wahren Massenansturm hat die ES Automobilguss GmbH zum Tag der offenen Tür erlebt. Die Firma blickt auf eine 450-jährige Tradition zurück - und hat neue Pläne für die Zukunft.

 

Schönheide. Knapp 1000 Besucher haben am Samstag zum Tag der offenen Tür den Weg in die ES Automobilguss GmbH, das größte Schönheider Unternehmen gefunden. Innerhalb von acht Stunden erlebten sie bei 60 geführten Rundgängen die althergebrachten wie modernen Arbeitsmethoden in der Firma mit 450-jähriger Tradition hautnah. Bei laufendem Betrieb konnten Modellbau, Kernmacherei, Gießerei, Temperei und Mechanische Fertigung in Augenschein genommen werden. Viele ehemalige Mitarbeiter, aber auch Verwandte und Freunde der gegenwärtig 400 Beschäftigten des Zulieferers für den Automobilbau nahmen die Einladung gern an. Das Alter der Besucher reichte von zehn Monaten bis 88 Jahre. Auf dem Betriebshof - und damit an ungewöhnlicher Stelle - sorgten Kinderhüpfburg und Biertischgarnituren für Geselligkeit.

 

"All das spricht für die Bedeutung des Werkes für Ort und Region", freut sich Geschäftsleiter Alexander Gerstung. Immer wieder hätten hier gleich mehrere Generationen einer Familie Anstellung gefunden. "Und gerade die Familien der Mitarbeiter tragen nicht unwesentlich zum Erfolg eines Standortes bei."

 

Für den Standort Schönheide spreche zudem die Mentalität der Menschen im Erzgebirge. "Bahnt sich ein Problem an, krempeln sie die Ärmel hoch und finden rasch eine pragmatische Lösung", spricht der Berliner aus Erfahrung. Dabei beeindrucke ihn stets aufs Neue die Kompetenz der Mitarbeiter. Der Geschäftsleiter: "Unsere Leute gehen nicht nur arbeiten, sie engagieren sich echt für ihren Betrieb." Immerhin stecken derzeit in jedem zehnten Pkw weltweit in Schönheide gefertigte Teile. Als Ausgleichsgetriebegehäuse finden sie sich bei VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche, Renault, Nissan und Opel wieder.

 

 

 

Quelle: Freie Presse vom 20.06.2016, Eberhard Mädler