In 50 Jahren zum Gesundheitszentrum

Was einst im Jahr 1961 als ein Zusammenschluss der Schuhmacher begann, hat heute als Firma Hand und Fuß: die Orthopädieschuhtechnik Schwarzenberg GmbH.

VON BEATE KINDT-MATUSCHEK

SCHWARZENBERG - Das alte Sprichwort "Schuster bleib' bei deinen Leisten" trifft auf Dietmar Schröder zu. Denn der Schwarzenberger Schuhmachermeister und Geschäftsführer der Orthopädie-Schuhtechnik an der Uferstraße ist seinem Handwerk über Jahrzehnte treu geblieben. Und mehr noch: Der 63-Jährige versteht es, sein Fachgebiet immer weiter zu entwickeln. Darin steckt bekanntlich die eigentliche Kunst, Traditionen zu bewahren - sie zeitgemäß anzuwenden.

Am Samstag wird im Haus der Orthopädie-Schuhtechnik gefeiert, da das 50-jährige Firmenjubiläum ansteht. Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass am 1. April 1961 im Haus der Einheit, dem heutigen Ratskeller Schwarzenberg, die Produktionsgenossenschaft (PGH) Orthopädie-, Maß- und Reparaturschuhtechnik gegründet wurde. Es war ein Zusammenschluss einiger Schumacher aus der Umgebung. 33 Gründungsmitglieder zählte man damals. Ab 1973 gehörte Dietmar Schröder dazu. Mit zwei weiteren Partnern übernahm er zur Wende 1990 das Unternehmen als Geschäftsführer. Die drei schufen fortan den soliden Leisten für die heutige Firma. Ab 2001 übernahm Schröder das Unternehmen in alleiniger Regie und baute es weiter aus. Sowohl den Firmenstandort als Haus als auch die Angebotspalette. Heute zählt das Unternehmen 29 Mitarbeiter; neben 13 Mitarbeitern der Orthopädieschuhtechnik und Stepperei, auch acht Podologen, zwei Ergotherapeuten, zwei Lehrlinge sowie diverse Verwaltungsleute. War es früher vorrangig die Herstellung von orthopädischen Maßschuhen, so betreut man heute den Kunden von Kopf bis Fuß - im Sinne seiner Gesundheit. Dazu wurde das Angebot der Maßanfertigungen von Schuhen schrittweise aufgestockt. Hinzu kam die medizinische Fußpflege seit 1990, die Image 3-D-Messung von Kompressionsstrümpfen und seit kurzem die digitale Vermessung der Wirbelsäule durch die Medi-Mouse ein diagnostisches Verfahren, das es bislang nur zweimal in Sachsen gibt.

"Diesen Mut zur Innovation und zum Risiko bewundere ich an meinem Vater."

Ulrike Schröder Orthopädieschuhtechnik Schwarzenberg

"Diesen Mut zur Innovation und zum Risiko bewundere ich an meinem Vater", sagt Ulrike Schröder. Die 34-jährige Tochter des Firmenchefs wollte eigentlich nie ins Geschäft einsteigen. "Ich bin ja im Betrieb groß geworden", sagt sie und erzählt von einer Kindheit zwischen Leisten, Leder und Leimgeruch. Doch heute ist die diplomierte Ergotherapeutin, die gleich mehrere Abschlüsse in der Tasche hat, Mitinhaberin der Firma und soll ab 2012 das Zentrum übernehmen.

"Irgendwann stand die Frage eben, und es ist das Lebenswerk meines Vaters. Die Menschen brauchen und vertrauen uns. Also mache ich's, und mein Vater bleibt mein bester Berater", spricht sie sich selbst Mut zu.

Das Festprogramm erstreckt sich heute von 10 bis 18 Uhr und hält stündlich Überraschungen bereit.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 14.10.2011