Grünhainer bringen Power ins Lastenrad

Dem E-Bike gehört die Zukunft. Kein Wunder, dass die Erzgebirger, die für ihren Erfindergeist bekannt sind, einen Motor entwickeln, der schlichtweg mehr kann als andere.

 

 

Das Herzstück des "Erzmo" ist ein Mittelmotor, der speziell für den Lastentransport entwickelt wurde und durch sein hohes Drehmoment Lasten bis zu 300 Kilogramm bewegen kann.

 

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"Aber nun hatten und haben wir einen solchen leistungsstarken Motor, der vor allem durch die solide aufgebaute Technik besticht", sagt Gäbelein. In diesem Motor stecke nicht nur jahrelange Erfahrung des Motorenbaus, sondern vor allem solides und widerstandsfähiges Material. "Hier drin finden Sie kein Plasteteil, nur verzinkte Wellen und gehärtetes Material", sagt der Techniker.

 

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"Wir haben, um wirklich Qualität zu liefern, einen eigenen Dauerlaufprüfstand gebaut. Auf diesem hat der Motor bereits mehr als 3000 Teststunden absolviert. Darunter auch einem Salzsprühnebeltest", sagt Gäbelein. Der Erzmo soll für alle Eventualitäten gerüstet sein - auch für Einsätze am Strand oder in großen Messehallen.

 

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Bis zu 300 Kilogramm bewegt das Bike. Etwa 70 Kilogramm wiegt der massive Rahmen, gut 70 Kilogramm berechnet man auch für den Fahrer. Der Rest kann zugeladen werden.

 

Beinkraft benötigt man kaum, um das Bike in Gang zu bringen. Dafür sorgt eine integrierte Anfahrthilfe. "Es sind ja Arbeitsgeräte, keine Trainingsgeräte", sagt Mrowczynski mit einem Lächeln, der übrigens auch privat mit so einem ähnlichen Trike unterwegs ist. Nach einer kurzen Einweisung drehe auch ich zwei Runden durch die Werkhalle. Und nachdem man die Länge des Gefährts verinnerlicht hat: Ein Kinderspiel! Mehr noch: Fahrspaß.

 

Gespeist wird der Motor von einem Akku unterm Sitz. "Den beziehen wir über einen Zulieferer", sagt der Projektleiter. Auf bis zu 25 Kilometer pro Stunde beschleunigt der Motor. Schalten muss der Fahrer nicht, die Steuerung übernimmt eine Elektronik im integrierten Drei-Gang-Getriebe. "Der Motor verbraucht etwa 10 bis 25 Watt pro Kilometer. Je nach Ladungslast kommt man mit einer Akku-Ladung mehrere Tage hin", sagt Gäbelein. 

 

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Quelle: Freie Presse vom 22.03.2018, Beate Kindt-Matuschek