"Göpfert-Fabrik" fährt Produktion hoch

Annähernd 10.000 Brötchen und 2000 Brote verlassen täglich Krumhermersdorfer Werk -

Von Mike Baldauf

Krumhermersdorf. Die Krumhermersdorfer Bäckerei Göpfert hat ihren neuen Produktionsstandort gegenüber dem Stammhaus in Betrieb genommen. "Seit einer Woche fahren wir mit der Brot- und Brötchen-Herstellung volle Leistung", sagt Christian Freyer, verantwortlich für die Filialen im Unternehmen. Zuvor wurde der letzte von fünf Backöfen in die neue Halle umgesetzt. Eigentlich sollten die Bäcker dort schon viel früher zum Zuge kommen - Juniorchef Mathias Göpfert nannte ursprünglich Anfang April als spätesten Termin -, doch der lange Winter verzögerte laut Freyer den Fortgang der Arbeiten: "Erst am 12. Juli konnten wir mit dem Backen von Brötchen und ein bis zwei Sorten Brot beginnen."

Der gewachsene Maschinenpark am neuen Standort ist seinen Worten nach nicht Ausdruck dafür, dass die Bäckerei auf Handarbeit weniger Wert als bisher legt. Vielmehr soll die Technik den Mitarbeitern helfen, die Qualität ihrer Produkte zu sichern und zu verbessern. "Wir wollen täglich so spät wie möglich beginnen, um die Ware so frisch wie möglich in den Laden zu bringen", nennt Christian Freyer die Philosophie, die sich dahinter verbirgt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurde beispielsweise ein neues Kühlsystem installiert. Zwei so genannte Saugkühler entziehen den Brötchen-Teiglingen innerhalb von 10 bis 15 Minuten soviel Energie, dass sie auf minus zwei Grad Celsius heruntergekühlt werden. Die damit verbundene Unterbrechung des Gärprozesses ist nötig, da ein Teil der Brötchen erst in den Filialen der Bäckerei gebacken und schon für den nächsten Tag vorgefertigt wird, erklärt Freyer. Später setzen die Bäcker den Geschmacksbildungsprozess durch behutsames Anheben der Temperatur langsam wieder in Gang.

Der Qualitätssicherung dient ebenso eine automatische Wiegeanlage. Freyer: "Per Computersteuerung werden nach Rezept die richtigen Mehl-, Wasser- und Hefemengen beigegeben. Für Kleinkomponenten wie Salz haben wir zudem eine mit dem Rechner gekoppelte Feinwaage. Auf diese Weise wird anzeigt, welche Menge von welcher Zutat gerade gebraucht wird. Man kann praktisch nichts mehr falsch machen."

Um das Stammgeschäft in Krumhermersdorf sowie die 24 Filialen in Chemnitz, dem Erzgebirgskreis und in Mittelsachsen beliefern zu können, sind etwa 30 von 150 Mitarbeitern für die Brot- und Brötchen-Produktion zuständig. Gearbeitet wird in zwei Schichten. An einem Tag verlassen die "Göpfert-Fabrik" annähernd 2000 Brote, 5000 Doppelte und 5000 Spezialbrötchen, von denen ein Drittel erst im Laden fertig gebacken wird.

Die Investition war Göpfert zufolge längst überfällig: Mit einer Fläche von nur 250 Quadratmetern drohte die alte Backstube aus allen Nähten zu platzen. In den Räumen des Stammhauses wird es indes auch künftig geschäftig zugehen, da die Herstellung von Kuchen und Feinbackwaren dort angesiedelt bleibt. Aus Anlass der Einweihung des Neubaues und um Außenstehenden einmal Einblick in ihre Arbeit zu geben, öffnet die Bäckerei Göpfert am Sonntag erstmals ihre Türen.

 

Service: Tag der offenen Tür

Besucher erwartet am Sonntag von 10 bis 19 Uhr auf dem Gelände der Bäckerei

Göpfert ein buntes Programm - unter anderem mit dem Zschopauer Cityballett,

der Schalmeienkapelle Großolbersdorf und dem örtlichen Kindergarten. Zudem

gibt es Betriebsführungen.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Zschopauer Zeitung, 15.09.2010