Geigenbau ist lebenslanger Lernprozess

Jacob Thierfelder hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Mit 29 Jahren ist er Meister seines Fachs. Abgeschlossen ist seine Ausbildung deswegen aber noch lange nicht.

Auf der Werkbank liegen Werkzeuge in verschiedenen Größen, aber auch Musterzeichnungen von Einzelteilen einer Geige. An einem Wandbord hängen Geigen, die auf eine Reparatur warten. Im Hintergrund dudelt leise Musik. Und obwohl sich Jacob Thierfelder voll und ganz dem Geigenbau widmet, hört der 29-Jährige nicht nur klassische Musik. Es können auch mal Folk, irische Klänge oder Metall sein.

Im großen Schrank der kleinen Werkstatt bewahrt er neben komplett in Handarbeit gefertigten Geigen in verschiedenen Größen auch sein Meisterstück auf. Die klassische Violine, eine Stradivari, Modell Medici aus Fichten-, Ahorn- und Ebenholz. Seit Ende Juni ist der beste Geselle im Gebiet der Chemnitzer Handwerkskammer zudem Meister seines Fachs.

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Nach der dreijährigen Ausbildung in Klingental folgte für Jacob Thierfelder der Meisterlehrgang. Vor reichlich einem Jahr wagte er dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Ein guter Abschluss macht Mut und gibt Zuversicht. Doch Jacob Thierfelder weiß: Nur mit Qualitätsarbeit kann man sich etablieren. "Musikinstrumentenbau ist ein lebenslanger Lernprozess. Die Herausforderung ist, einen eigenen Stil zu finden und diesen immer wieder auszubauen, weiter zu entwickeln, auch mal was Neues zu probieren." Das eine System gebe es nicht, es sind Feinheiten, Übergänge, die den Unterschied ausmachen. "Ein versierter Geigenspieler nimmt ein Instrument in die Hand und weiß sofort, ob es für ihn passt."

 

Quelle: Freie Presse vom 10.11.2018, Petra Wötzel