Flüchtling erhält Chance auf Ausbildung

Nils Bergauer beschäftigt in seiner Schneeberger Manufaktur einen jungen Afghanen. Er soll zum festen Mitarbeiterstamm werden. Geplant ist 2018 aber noch mehr.

 

Schneeberg. Er wirkt zurückhaltend, aber sehr freundlich. Und manchmal huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Nasim aus Afghanistan sitzt regelmäßig in der Manufaktur von Schneebergs Handschuhmacher Nils Bergbauer. Der 34-Jährige wiederum erhielt unlängst den Jungunternehmerpreis Silberberg 2018 - auch für sein soziales Engagement.

 

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Im Februar vorigen Jahres folgte das erste Praktikum in der Handschuhmanufaktur. Und Nasim kam auf Anhieb gut zurecht. Nur mit der Sprache haperte es noch ein bisschen. Das wird jetzt besser. "Auch der Umgang mit den anderen Mitarbeitern und mit den Kunden hat sich merklich verändert", so Nils Bergauer. Zumindest ein bisschen mehr kommt Nasim aus sich heraus - seine Mentalität bleibe aber eher zurückhaltend. "Sein Deutsch verbessert sich stetig", so der Chef.

 

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Die Erfolgschancen stehen gut. "Nasim ist motiviert." Das bestätigt der junge Afghane mit einem Nicken. "Ich fühle mich sehr wohl hier", sagt er dann und widmet sich wieder dem Lederzuschnitt vor sich.

 

Auf seinen Chef warten ebenfalls Herausforderungen. Wachsen solle die Manufaktur vorerst zwar nicht weiter. "Wir haben die Wunschgröße erreicht. Denn es soll Handwerk bleiben und nicht auf Massenware hinauslaufen", sagt Nils Bergauer. So reisen inzwischen Kunden aus ganz Deutschland für Handschuhe der Marke "N.B. Zahor" nach Schneeberg "Das hätte ich vor ein paar Jahren nicht zu träumen gewagt", so der 34-Jährige. Geplant ist dieses Jahr trotzdem eine Neuerung: Aus unlängst zusätzlich gewonnenen Räumen in der "Alten Wache", die nun frei geworden sind, soll ein Verkaufsraum werden. "Für eine hochwertige Präsentation unseres Sortiments. Das fehlt bisher noch."