Exklusive Wohnlage soll vor allem Pendler zu Stollbergern machen

Häuser mit Flachdach, viel Glas, moderne Schnitte der Wohnungen, große Balkone, Tiefgaragen - und das für einen Kaufpreis von mehr als 2000 Euro pro Quadratmeter. Stollberg plant am südlichen Hang des Schlosses Hoheneck eine exklusive Wohnlage, wie es sie in der Stadt noch nicht gibt. Auf dem Baufeld sollen aber keine Einfamilienhäuser entstehen, sondern Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen. "Das wäre vor einiger Zeit noch unwirtschaftlich gewesen. Doch seit etwa vier Jahren geht der Trend in eine andere Richtung", ist sich Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt sicher. "Wenn in einer Familie beide arbeiten gehen, haben sie keine Lust, abends noch Rasen zu mähen. Lieber sitzen sie auf ihrer Dachterrasse und gucken auf einen schön gemähten Rasen."

Es ist das größte und anspruchsvollste Wohnbauprojekt in Stollberg seit Jahren. Allein die Erschließung kostet mehr als 1 Million Euro. Geht es nach der Stadt, entstehen auf dem Areal maximal 17 Mehrfamilienhäuser mit je höchstens vier Geschossen. Darin: sechs Wohnungen und ein Loft, keine kleiner als 80 Quadratmeter. "Eine anspruchsvolle Bauweise, ein guter Ausblick. In Stil und Preis ist das bisher einmalig in der Region", ist Oberbürgermeister Marcel Schmidt begeistert.

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Mit diesem Plan hat die Stadt vor allem Gutverdiener im Blick. "Junge Familien, denen Zeit wichtig ist, die nicht jeden Tag zwei Stunden auf der Autobahn verbringen wollen", so Schmidt. Immerhin pendeln täglich 3500 Menschen zum Arbeiten nach Stollberg. "Aus unserer Sicht kann der Bevölkerungsverlust nur ausgeglichen werden, wenn man Zuzug generiert." Dass das weitere Aufgaben nach sich zieht, ist der Stadt bewusst. So ist bereits geplant, die Kitas an der Seminarstraße und im Dürergebiet um insgesamt 70 bis 80 Plätze zu erweitern.

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Sein Konzept: Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen - am Schlossberg sogar mit Privatgarten. "In der Anschaffung kommt man im Vergleich zum Einfamilienhaus etwa 100.000 bis 150.000 Euro günstiger. Und die Nebenkosten sind geringer", sagt Lange. 80 Prozent der Käufer seiner Eigentumswohnungen kommen von außerhalb: aus Chemnitz, aus dem obereren Erzgebirge, aus den alten Bundesländern. "Stollberg ist begehrt", so Lange.

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Quelle: Freie Presse vom 13.06.2018, Kathrin Neumann