Erzgebirgische Tradition: Große Bergparade beim Schneeberger Lichtelfest

Schneeberg hat am Wochenende das traditionelle Lichtelfest gefeiert. Seit 49 Jahren bildet es immer am zweiten Adventswochenende den Höhepunkt des Schneeberger Weihnachtsmarktes. Traditioneller Abschluss des Lichtelfestes war die Bergparade am Sonntag.

 

Amtseinführung für neuen Oberberghauptmann

Vor Beginn der Bergparade wurde Sachsens neuer Oberberghauptmann Bernhard Cramer offiziell in sein Amt eingeführt. Er hatte das Amt bereits am 1. Dezember als Nachfolger von Reinhard Schmidt übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. Cramer stammt aus Hamburg und ist diplomierter Geologe mit dem Schwerpunkt Angewandte Geochemie. Zuletzte lehrte er an der Leibnitz Universität Hannover Lagerstättenkunde. Cramer hat sich vor allem durch Forschungsarbeiten in Sibirien einen Namen gemacht. Er sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, als neuer Chef der Bergbaubehörde wolle er das Rohstoff-Potenzial in Sachsen verstärkt für die Wirtschaft nutzen. Bei Geyer sowie im vogtländischen Gottesberg werden seit der vergangenen Woche Zinn-Lagerstätten erkundet. Sie sollen einen Wert von insgesamt 2,7 Milliarden Euro haben. In der Lausitz soll ab 2014 ein Kupfer-Bergwerk errichtet werden.

 

Cranach-Altar steht im Mittelpunkt

Die Besucher des Schneeberger Lichtelfestes erwartete neben der Bergparade und der Amtseinführung Cramers eine Vielzahl erzgebirgischer Programme und Konzerte. Im Mittelpunkt stand dabei auch Kirche St. Wolfgang. Tausende Menschen kommen jährlich zu den Andachten, Führungen und Konzerten in das Schneeberger Wahrzeichen.

 

Wie die Kirchgemeinde mitteilte, wurde in diesem Jahr der wertvolle Reformationsaltar in den Mittelpunkt gerückt. Er gilt als erstes und umfassendstes protestantisches Altargesamtwerk. Der Altar wurde zwischen 1532 und 1539 in der Wittenberger Werkstatt der Malerfamilie Cranach geschaffen. Die weithin sichtbare Kirche auf dem Schneeberg soll ab dem kommenden Jahr umfassend saniert werden. Für die Arbeiten am Dach, an der Fassade und dem Turm sind 2,6 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind auch die Sanierung des Glockenstuhls und der Glocken sowie die Instandsetzung der Elektrik- und Beleuchtungsanlagen. Die Arbeiten sollen 2012 beginnen.

 

Überschattet wurde das Fest in diesem Jahr von einer Aktion der örtlichen NPD. Diese hatte unmittelbar vor dem Lichtelfest, zu dem viele auswärtige Gäste erwartet werden, Plakate aufhängen lassen, auf denen sie Bürgern und Gästen ein "besinnliches Weihnachtsfest" wünscht. Rechtlich unternehmen konnte die Stadt dagegen nichts.

 

 

Quelle: www.mdr.de, 05.12.2011