Erzgebirge feiert 450 Jahre Klöppeln

In Annaberg-Buchholz ist am Dienstag der Startschuss für das Jubiläum "450 Jahre Klöppeln im Erzgebirge" gefallen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, ist neben Ausstellungen, Fachvorträgen und Publikationen im Jubiläumsjahr für 2012 der Deutsche Klöppelkongress in der Bergstadt geplant. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits. Der Sächsisch-Erzgebirgische Klöppelverband und die Stadt Annaberg-Buchholz wollen das Jubiläum zum Anlass nehmen, das überwiegend von Mädchen und Frauen praktizierte Kunsthandwerk noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

 

20.000 aktive Klöpplerinnen in Sachsen

Das Erzgebirge ist nach Angaben des Verbandes das größte zusammenhängende Klöppelgebiet Deutschlands. Schätzungen zufolge gibt es derzeit etwa 20.000 aktive Klöpplerinnen in der Region. Dabei ist das Kunsthandwerk alles andere als verstaubt: Die Absolventen der Fachhochschule Schneeberg verhelfen der Spitzenkunst mit neue Designs und Modetrends derzeit zu einer Renaissance.

 

Im September können sich bei den inzwischen 22. Annaberger Klöppeltagen auch Laien vom Spektrum der Klöppelkunst überzeugen und sich bei Kursen unter fachkundiger Anleitung selbst ausprobieren. Längst wird nicht mehr nur mit herkömmlichen Garnen geklöppelt - auch andere Materialien, wie Edelstahldraht, werden zu filigranen Kunstwerken verarbeitet.

 

Erste Erwähnung 1561 in Annaberg-Buchholz

Die Handwerkstechnik hat ihren Namen von den meist aus Holz gefertigten Spulen, den sogenannten Klöppeln. Auf ihnen sind die Fäden aufgewickelt. Die kunstvollen Arbeiten entstehen auf dem Klöppelkissen oder Klöppelsack durch gekonntes Verdrehen, Kreuzen, Verknüpfen oder Verschlingen der einzelnen Fäden.

 

Ein Rathaussprecher von Annaberg-Buchholz sagte, der Stadtchronist Paulus Jenisius habe 1561 erstmals das "Klöppelwerk in den Gebirgen" erwähnt.

 

 

Quelle: www.mdr.de, 26.04.2011