Eine unverhoffte Liebe zu Papier und Stift

1891 eröffnete an der Großen Kirchgasse ein Schreibwarengeschäft. 100 Jahre später übernahm dieses Beate Keil. Ein Entschluss, den sie nie bereute. Der Laden ist ein Anlaufpunkt für alle, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind.

 

An der Großen Kirchgasse 5 in Annaberg befindet sich das einzige Schreibwarengeschäft der Stadt, das noch in privater Hand ist. Seit mehr als 28 Jahren ist die Inhaberin Beate Keil. Im März 1991 sprang sie, wie sie selbst sagt, ins kalte Wasser. "Meine vorherige Arbeitsstelle gab es nicht mehr, und interessante Berufe im Handel oder der Industrie waren eher Mangelware. Für meine Idee, die HO-Drogerie an der Oberen Schmiedegasse 2, ehemals Seifen-Lehmann, zu übernehmen, bekam ich keinen Zuschlag. So entschied ich mich für diesen Laden, obwohl ich mit dem Metier der Büroartikel und Schreibwaren nicht wirklich vertraut war." Sie wollte sich aber unbedingt etwas Eigenes aufbauen. "Ich konnte verkaufen, koordinieren und war bereit zu lernen", so die ausgebildete Wirtschaftskauffrau.

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Auch Prominente gehörten zum Kundenkreis, so der Star-Komiker Helge Schneider, der Ende der Neunziger in der Silberlandhalle gastierte. Er kaufte aus der Faschingskollektion eine Fliegermütze aus Gummi und brachte alle im Geschäft Anwesenden zum Lachen. Zum ersten "Fabulix" 2017 erwarb die bekannte tschechische Schauspielerin und Sängerin Helena Vondrackova etliche Edding-Stifte und andere schöne Dinge. Beate Keil wünscht sich für die Zukunft, dass ihr Laden weiterhin gut angenommen wird und sie und ihre zuverlässige Mitarbeiterin, die von Anfang an dabei ist, gesund bleiben, was sie als höchstes Gut betrachtet.

 

Quelle: Freie Presse vom 14.11.2019, Elke Schäf