Ein Perser will im Erzgebirge seinen Weg machen

Majid Khakshourrazavieh kam als Asylbewerber aus dem Iran nach Johanngeorgenstadt. Drei Jahre später hat er einen Job, spricht Deutsch und erklärt, warum Großstädte schlecht für die Integration sind.

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Majid Khakshourrazavieh (36) ist vor drei Jahren als Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland gekommen. In seinem Heimatland ist der Islam Staatsreligion, doch Majid wollte als Christ leben. Nach mehreren Stationen landete er im Asylbewerberheim Johanngeorgenstadt. Hier fand er Anschluss an die örtliche Kirchgemeinde, lernte Freunde kennen und empfing sogar seine Taufe. Er betrachte Johanngeorgenstadt als seine neue Heimat, sagte er vor zwei Jahren, als die "Freie Presse" schon einmal über ihn berichtete.

Doch das Schicksal verschlug ihn wenig später nach Hamburg, wo er seine kranke Tante pflegte, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt. Damit ging er den Weg der meisten Asylbewerber, die es nach einem kurzen Intermezzo in der Provinz in die deutschen Metropolen zieht.

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Nach einem Jahr in Hamburg kehrte er auf eigene Initiative in die Bergstadt zurück. "Die Menschen im Erzgebirge sind gastlicher als die im Norden", sagt er. "Ich habe hier ein gutes Gefühl. Wenn man sich als Ausländer integrieren will, helfen einem die Leute. In Hamburg war ich ein Perser. Hier bin ich Deutscher."

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Inzwischen besitzt Majid eine eigene Wohnung, die er selbst bezahlt. Er hat sich erst eine Arbeitserlaubnis und dann einen Job besorgt. Er arbeitet als Pflegehelfer im Seniorenpflegeheim zum "Zum Waldblick". Heimleiterin Kerstin Schneider (58) lobt die höfliche Art des jungen Persers und seinen respektvollen Umgang mit den alten Menschen. "Unsere Bewohner mögen Majid", sagt sie. "Er lernt schnell und hat das Herz auf dem richtigen Fleck. Deshalb wollen wir ihm jetzt eine Fachausbildung ermöglichen."

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Quelle: Freie Presse vom 29.05.2019, Mario Ulbrich