Continental stärkt Standorte in Sachsen

Werk in Limbach-Oberfrohna übernimmt führende Rolle bei der Entwicklung der Injektorentechnik - Zahl der Mitarbeiter steigt auf 1300

Von Christoph Ulrich

Limbach-Oberfrohna/Stollberg. Der Automobilzulieferer Continental produziert seit zehn Jahren hochmoderne Injektoren für Kraftstoff-Einspritzsysteme. Noch in diesem Jahr soll der 40-millionste Injektor ausgeliefert werden. Dieses doppelte Produktionsjubiläum feiert das Unternehmen heute am Produktionsstandort Stollberg mit zahlreichen Gästen.

Continental hat in den vergangenen Jahren mehr als 500 Millionen Euro in die zur Konzernsparte Powertrain gehörenden Standorte Limbach-Oberfrohna und Stollberg investiert. "Mit dieser Injektorentechnik haben wir die technologischen Voraussetzungen geschaffen, leistungsstarke und gleichzeitig sparsame Diesel- und Ottomotoren herzustellen, die auch den strengsten Umweltnormen gerecht werden", sagte José Avila, Leiter der Sparte Powertrain und Vorstand der Continental AG.

 

Die hohe Bedeutung, die Piezo-Injektoren für Personen-, künftig aber auch verstärkt für Lastkraftwagen haben, erhöht den Stellenwert des Standorts Limbach-Oberfrohna. Er soll künftig als so genanntes Leadwerk fungieren, also im Bereich der Injektorentechnik im Konzern weltweit eine führende Rolle übernehmen bei Entwicklung und Produktion neuer Technologien, teilte Continental gestern mit.

 

Wegen der hohen Nachfrage nach kraftstoffsparenden Einspritzsystemen wird das Werk in Limbach-Oberfrohna derzeit weiter ausgebaut. Dabei geht es vor allem um die industrielle Produktion der nächsten Injektorengeneration, die auch die strengeren Grenzwerte der Euro-6-Norm einhalten müssen. Die Montage der Injektoren erfolgt unter Reinraum-Bedingungen. Vor zehn Jahren revolutionierte die so genannte Piezo-Technologie (siehe Hintergrund) die Einspritzsysteme von Dieselmotoren. Das Piezo-Common-Rail-System (PCR) erlebte im damals noch zum Siemens-Konzern gehörende Werk Limbach-Oberfrohna seinen Serienstart. Die Injektoren waren eine Weltneuheit, für die Siemens und Bosch im Jahre 2004 den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten erhielten.

Das neue Einspritzsystem entwickelte sich schnell zu einem Bestseller in der Automobilindustrie. Während für die Fertigung der ersten Million Injektoren noch zwei Jahre benötigt wurden gelang es, im Zeitraum von 2007 bis 2009 rund zehn Millionen Injektoren zu fertigen. Bereits in diesem Jahr steigt die ausgelieferte Stückzahl auf insgesamt 40 Millionen. "Es waren zehn Jahre, in denen wir Hürden gemeistert und Erfolge errungen haben", meinte Joachim Zirbs, Werkleiter der beiden sächsischen Standorte.

Mit dem Erfolg wuchs auch die Belegschaft. So wurde seit dem Start der Produktionsplanung 1997 die Zahl der Mitarbeiter von etwa 350 auf aktuell 1300 erhöht. Etwa 250 davon arbeiten in Stollberg. Ein Teil dieses Mitarbeiterwachstums wurde durch gezielte Ausbildung am Standort abgedeckt. "Wir haben kontinuierlich seit Bestehen jährlich 17 bis 20 junge Leute ausgebildet. Mit dem Ausbildungsbeginn in diesem Jahr werden wir hier am Standort wieder 74 Auszubildende unter Vertrag haben", erklärte Ausbildungsleiter Joachim Dost.

 

Der Continental-Konzern mit Sitz in Hannover gehört mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro im Jahr 2009 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Aufgrund der Wirtschaftskrise war der Umsatz im vergangenen Jahr um rund 17 Prozent eingebrochen. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antriebe und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten gehört Continental zu den vielseitigen Zulieferkonzernen. Continental beschäftigt derzeit rund 143.000 Mitarbeiter in 46 Ländern.

Die Werke in Limbach-Oberfrohna und Stollberg gehören zur Konzernsparte Powertrain, die weltweit 58 Standorte mit rund 24.000 Mitarbeitern umfasst. Der Umsatz der Sparte lag 2009 bei rund 3,4 Milliarden Euro.

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 21.08.2010