"Bremszeugs" aus dem Erzgebirge am schnellsten Tandem der Welt

Eine aus der Not geborene Firma in Weißbach hat sich zu einem international gefragten Partner für Industrie und Forschung entwickelt. Dabei zog der Gründer gehörig an der Bremse.

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Die Hochleistungsscheiben von Brake-Stuff, wie das 2007 von Torsten Guba gegründete Unternehmen heißt, kommen unter anderem im Mountainbike-Sport, in der Downhill- und Freeride-Szene sowie an Elektrofahrrädern zum Einsatz. "Einige unserer Produkte sind bei namhaften Herstellern als empfohlenes Zubehör und als Tuningteile aufgeführt", sagt der Chef.

Zusammen mit Bikefirmen wie Electrolyte E-Bikes und Specialized entwickle das Unternehmen Prototypen von Bremsscheiben, so der 43-Jährige, der an der TU Freiberg Konstruktions- und Entwicklungstechnik sowie Maschinenbau studiert hat. "Mit den Scheiben werden erste Versuche hinsichtlich Brems- und Verschleißverhalten sowie Stabilität gemacht. Das geht teilweise so weit, dass wir die komplette Entwicklung bis hin zur Serienreife unterstützen. Darauf sind wir stolz, da dies weltweit nur eine Handvoll Firmen leistet", so Guba.

Doch Brake-Stuff kooperiert nicht nur mit der Industrie. Auch die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich hat die Erzgebirger schon ins Boot geholt. Oder besser: aufs Tandem. Mit dem Ziel, das weltweit schnellste menschlich angetriebene Fahrzeug zu bauen, haben Studenten der ETH ein im Windkanal modelliertes Hightech-Tandem auf die Räder gestellt. Die Bremsscheiben des vollverkleideten Gefährts, mit dem 2013 zwei Schweizer Radsportler tatsächlich einen neuen Weltrekord (83 Kilometer in der Stunde) aufstellten, steuerten die Sachsen bei.

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Quelle: Freie Presse vom 04.01.2019, Holk Dohle