Bewerbungen gehen drastisch zurück

Die Gelenauer Maschinenbau AG hat sich gestern an der Woche der offenen Unternehmen beteiligt. Überraschende Erkenntnis für die Schüler: Die Anforderungen des Betriebs sind hoch.

VON KRISTIAN HAHN

GELENAU - Nachdem der 14-jährige Maximilian Gärtner gestern Nachmittag die Gelenauer Maschinenbau AG (Gemag) unter die Lupe genommen hatte, stellte er dem Betrieb, der zur Omega Unternehmensgruppe gehört, ein Lob aus. "Von der Vielfalt der Gemag bin ich überrascht. So groß hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. Für mich ist es schon Ansporn für die Schule, wenn ich die Anforderungen höre, die gestellt werden. Das klingt hier schon anders, als wenn ich davon in der Schule höre oder mit den Eltern zuhause darüber spreche."

Und die Anforderungen sind hoch: Laut Vertriebsmitarbeiter Kai Schwantner fordert die Gemag von Bewerbern in den Fächern Mathematik, Deutsch und Physik jeweils die Note 2. "Wir beurteilen die jungen Leute aber nicht nur nach Noten. Wir gucken sie uns schon an. Am besten kann man sie während oder nach einem Praktikum beurteilen. Wir hatten auch schon Lehrlinge mit nicht so guten Zensuren, die sich aber hervorragend entwickelt haben und heute wertvolle Mitarbeiter bei uns sind." Ausgebildet werden in Gelenau jährlich Industrie- und Zerspanungsmechaniker, in Abständen auch Bürokaufleute - für den eigenen Bedarf.

Gestern schauten sich neun Jungen das Unternehmen an. Stev Schaarschmidts Traumberuf liegt in der Metallbranche, der Maschinenbau ist sein Favorit. "Die vielen Maschinen in den Werkhallen und die teilweise sehr großen Werkstücke haben mich sehr beeindruckt. Ein Praktikum hier im Betrieb könnte ich mir schon gut vorstellen", so der Achtklässler aus Dittersdorf nach der Infostunde. Er möchte in dieser Woche noch ein Elektronikunternehmen in Dittersdorf besuchen.

Die Gemag will bis 2012 mehr als sieben Millionen Euro investieren, um den Standort auszubauen, kündigte Hans-Peter Weise, Kaufmännischer Vorstand der Gemag, an. "Dazu brauchen wir natürlich Fachleute. Mittlerweile wird es schwerer, Nachwuchs zu finden", erklärte er. So hätte sein Unternehmen 2005 noch 85 Bewerbungen erhalten, dieses Jahr waren es 12. "Zudem haben die Leistungen der Bewerber nachgelassen. Meiner Meinung nach ist das auf die abgesenkten Zugangsvoraussetzungen für die Gymnasien zurückzuführen, die aber wieder angehoben worden sind."

Neben der Berufsausbildung pflegt die Gemag Forschungskooperationen mit dem Institut Chemnitzer Maschinenbau und dem Frauenhofer-Institut. Dort werden Lösungen zu ausgewählten Problemen in Fertigungstechnologien gesucht. "Weiterhin haben wir

Studenten von Betriebsakademien im Unternehmen, die haben aber mit der Forschung nichts zu tun. Für uns sind diese Kontakte ganz wichtig, damit wir Studenten schon frühzeitig an unser Unternehmen binden können", betonte Weise. Zudem fördere die Gemag die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. "Drei unserer Mitarbeiter haben sich zum Meister qualifiziert oder sind dabei. Dafür erhalten sie Freistellungen oder andere Vergünstigungen, um Weiterbildungen neben ihrer Arbeit erfolgreich absolvieren zu können."

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Zschopauer Zeitung, 17.03.2011