Bauernfamilie setzt auf Hightech im Stall

Auf dem Hof von Andreas und Gitta Fritzsch in Crottendorf melkt seit Kurzem ein Roboter die Kühe. Dafür wurde viel investiert - weil klar ist, dass die elfte Generation die 425 Jahre alte Landwirtschaft fortführt.

Schon wieder steht eine an. Doch die Kuh im Stall des Bauernhofes Fritzsch in Crottendorf muss kurz warten, ehe sie vorlaufen kann und mithilfe eines neuen Roboters automatisch gemolken wird. Noch ist ihre Vorgängerin an der Reihe. "Sie haben sich unheimlich schnell daran gewöhnt", sagt Landwirt Andreas Fritzsch. Seit einigen Wochen erleichtert der Melkroboter die Arbeit im Familienbetrieb, der in diesem Jahr 425 Jahre alt wird. Sohn Mike wird ihn einmal in elfter Generation weiterführen. Sonst wäre solch eine Investition auch nicht möglich gewesen.

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Die zugehörige neue Computertechnik ermöglicht es, zahlreiche Werte abzulesen. Jede Kuh trage ein Halsband mit einem Sender, der Daten überträgt. "Es wird etwa registriert, wie lange eine Kuh frisst und wie oft sie wiederkäut", erläutert der 62-Jährige. Davon könne man viel ableiten. Im Übrigen analysiert der Melkroboter auch die Milch. Sollte sie nicht verkehrsfähig sein, wird sie sofort in Extra-Behälter gepumpt. Danach startet automatisch das Reinigen aller Schläuche und anderer Teile, die gründlich gespült werden. Automatisch funktioniert vorm Melken zudem das Säubern des Euters, das mit kleinen Bürsten und Wasser sanft geschrubbt wird. Das Ansetzen der Melkbecher schafft die Technik ebenfalls allein. Sollte nachts mal etwas nicht funktionieren, schickt sie ein Signal auf das Smartphone des Sohnes.

122 Rinder hält die Familie, davon 65 Milchkühe. Ein großer Teil der Milch wird seit zehn Jahren in der eigenen Hofkäserei verarbeitet, die die Familie als zweites Standbein eröffnet hat.

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Trotz aller Sorgen glaubt die Familie an eine Zukunft für ihre Landwirtschaft. Schließlich haben ihre Vorfahren schon vor 425 Jahren am gleichen Standort damit begonnen, das sei in der Chronik belegt. Gefeiert werden soll das mit einem Hoffest am 30. Mai - samt Führungen in Stall und Käserei. Letztere sind für Gruppen auch sonst nach Anmeldung möglich.

 

Quelle: Freie Presse vom 25.01.2020, Annett Honscha