Auer liefern Metall für den Himmel

Foto: Auerhammer
Foto: Auerhammer

Werkstoffe aus dem Auerhammer Metallwerk fliegen in Raumschiffen und Flugzeugen mit. Die Zahl der Abnehmer steigt.

 

Aue. Die Walze, die Eric Kaufmann (30) in der großen Halle des Auerhammer Metallwerks bedient, wirkt wie ein gefräßiger, alles zermalmender Schlund. Eine kraftstrotzende Maschine, die Schwerstarbeit leistet. Kaum zu glauben, dass ganz am Ende des Prozesses filigrane Hightech-Bauteile stehen, die in Satelliten ihren Dienst verrichten werden.

Der Maschinenführer führt in seine Walze vorne ein Metallband ein. Hinten kommt es - je nach Einsatzzweck - zehn-, zwanzig-, hundertmal dünner heraus. Werkstoffe aus Aue werden in Navigationsaugen von Satelliten oder in Relais verbaut, die Teil der Bordelektronik von bemannten Raumfahrzeugen sind.

 

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Metalllegierungen, die so etwas können, bestehen aus Eisen, Nickel und Kobalt. Die Ingenieure bei Auerhammer entwickeln die Formel, nach der die Metalle gemischt werden müssen, um die verlangten Eigenschaften zu erreichen. Schmelzhütten stellen die Legierungen gemäß dieser Vorgaben her. In Aue erfolgt die Weiterverarbeitung durch Kaltwalzen mit Wärmebehandlung. So werden neben der Banddicke Härte, Zugfestigkeit und Dehnbarkeit eingestellt. Ausgeliefert werden die Legierungen als große Bandrollen.

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Um sein Knowhow auf dem neuesten Stand zu halten, kooperiert das Auerhammer Metallwerk mit internationalen Forschungseinrichtungen. Zuletzt wurde ein Vertrag mit der Moskauer University of Science and Technology (Misis) geschlossen.

 

Quelle: Freie Presse vom 22.08.2018, Mario Ulbrich