Auer Firma entwickelt Kühlturm gegen Bakterien-Attacken

Fast zehn Jahre ist es her, dass ein rätselhafter Legionellen-Ausbruch in Ulm Tote forderte. Heute sind die Ursachen bekannt. Die Multi Kühlsysteme GmbH arbeitet daran, die Anlagensicherheit zu erhöhen.

 

Aue. Es gibt wirklich seltsame Feiertage auf der Welt. Heute beispielsweise ist der Internationale Lies-ein-eBook-Tag, am 8. September der Internationale Tag der Vergebung und am 28. September der Tag des deutschen Butterbrotes. Da scheint sich der Auer Kühlturmtag, den die Multi Kühlsysteme GmbH heute auf ihrem Betriebsgelände im Ortsteil Neudörfel veranstaltet, nahtlos einzufügen. Reichlich 20 Vertreter von Unternehmen und Gesundheitsbehörden werden erwartet, und weitere Kühlturmtage sind fest eingeplant, sagt Geschäftsführerin Kathleen Schremmer-Torresi (40).

Der Hintergrund freilich ist nicht mit einem Augenzwinkern verbunden, sondern ernst. Todernst sogar. Es geht um die Verhinderung von Legionelleninfektionen, die von Industrieanlagen unter der Bevölkerung verbreitet werden können.

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In Ulm war es der Kühlturm eines Telekom-Gebäudes, der die gefährlichen Bakterien über die Stadt verteilte, in Warstein der Kühlturm eines Rohrleitungsbauers. Die über die Lüftungsschlitze in die Luft gelangten Bakterien verursachten schwere Lungenentzündungen.

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Seit Sommer 2017 gelten für das Betreiben von Kühltürmen strengere Regeln als vor Ulm und Warstein. Die Auer haben sich seitdem ein weiteres Standbein geschaffen, indem sie ihren Kunden bei der biologischen Kontrolle und Wartung ihrer Kühltürme helfen. Fünf Mitarbeiter wurden ausgebildet, um Wasserproben nehmen und untersuchen zu dürfen. Pro Quartal nehmen sie 40 Proben.

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Quelle: Freie Presse vom 18.09.2018, Mario Ulbrich