Arbeitslosigkeit auf niedrigsten Wert gesunken

Erstmals werden für alle sechs Bereiche des Erzgebirgskreises einstellige Quoten ausgewiesen. Viele Firmen müssen ältere Arbeitnehmer ersetzen.

VON MARTINA BRANDENBURG

ANNABERG-BUCHOLZ - Mit 8,3 Prozent hat die Annaberger Agentur für Arbeit ihre bisher niedrigste Quote seit Beginn der Erfassung im Jahr 1991 verzeichnet. Damit liegt sie im Vergleich der zehn sächsischen Arbeitsagenturen hinter Plauen gemeinsam mit Zwickau und Pirna auf Platz 2. Ende dieses Monats sind im Erzgebirgskreis insgesamt 15.913 Frauen und Männer ohne Job - 1032 beziehungsweise 6,2 Prozent weniger als im August sowie 14,1 Prozent weniger als im September vergangenen Jahres.

Arbeitsagenturleiter Gerhard Rohde verzeichnet zunehmend Bewegung auf dem Arbeitsmarkt: Seit Jahresbeginn haben sich bei der Agentur sowie in den Jobcentern 33.023 Menschen erwerbslos gemeldet, im Gegenzug konnten bisher 37.064 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Der Personalbedarf der Unternehmen ist noch immer steigend, vor allem in der Metallindustrie, der Oberflächenverarbeitung sowie im Maschinenbau. Großen Bedarf melden die Zeitarbeitsfirmen, die überwiegend in die metallverarbeitende Industrie bis in die Regionen Chemnitz und Zwickau vermitteln. Aber auch Handel, die Kfz-Reparaturbranche, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Gastgewerbe sind auf Arbeitskräftesuche. Trotz der guten Auftragslage - Agentur und Jobcenter verzeichnen in diesem Monat 767 neue Stellen - warnte Gerhard Rohde, "in allzu große Euphorie zu verfallen": "Das gewachsene Angebot resultiert zum nicht unbedeutenden Teil aus dem Ersatzbedarf vieler Unternehmen für Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Alters aus den Firmen ausscheiden - ein Indiz für den hohen Anteil älterer Beschäftigter im Erzgebirge."

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 30.09.2011