Anlagen aus Grünhainichen sorgen weltweit für Sicherheit

Das gut gefüllte Auftragsbuch der Zabag Grünhainichen hat Folgen: Das Unternehmen sucht Mitarbeiter und platzt aus allen Nähten.

VON GUDRUN MÜLLER

GRÜNHAINICHEN - Eigentlich wollte Geschäftsführer Michael Simon den Ball noch flach halten. Doch dann bestätigt er, dass sich die Zabag Anlagen-Technik GmbH im Gewerbegebiet "Am Wasserwerk" Grünhainichen erweitern möchte. Möglichst noch in diesem Jahr soll Baubeginn für eine neue Halle sein. Zum Investitionsvolumen hält sich Simon vorerst bedeckt. "Ich will erst einmal alle Genehmigungsverfahren abwarten", meint der Zabag-Chef. Fakt ist: Die Gebäude reichen für die Fertigung künftig nicht mehr. "Wir platzen aus allen Nähten", betont Simon. Das liege aber weniger daran, dass das Unternehmen gegenwärtig den Zabag-Standort im mittelsächsischem Rechenberg-Bienenmühle abwickle, da sich die dort ansässige Fertigung nicht rentiert habe.

"Wir suchen händeringend Fachleute."

Michael Simon Geschäftsführer

Grund für die geplante Erweiterung seien vielmehr gut gefüllte Auftragsbücher. Offenbar ist Hochsicherheitstechnik für den Objektschutz, die bei der Zabag Grünhainichen gefertigt wird, ein boomender Wachstumsmarkt. In diesem Jahr visiert das Unternehmen mehr als sieben Millionen Euro Umsatz an. Das ist laut Simon eine Rekordzahl in der 21-jährigen Firmengeschichte, die 1990 in einer Garage mit dem Bau von Toren begann. Im vergangenen Jahr standen noch in Auswirkung der Wirtschaftskrise 5,5 Millionen Euro Umsatz in den Büchern.

Für das geplante Wachstum braucht das Unternehmen nicht nur Platz, sondern auch weitere Mitarbeiter. Zu den gegenwärtig 93 Beschäftigten sollen neun neue hinzukommen. "Wir suchen derzeit händeringend gute Fachleute", sagt Michael Simon. Sie zu finden, werde immer schwieriger. Deshalb sei es mitunter schon eine Herausforderung, alle Kundenwünsche so schnell wie gewünscht, zu erfüllen.

Ein Schwerpunkt für den Einbau von Grünhainichener Sicherheitsanlagen ist erneut Schweden. In Stockholm hat die Zabag bereits 2010 eine Botschaft mit Hochsicherheitsanlagen ausgerüstet. Gegenwärtig fertigt das Grünhainichener Unternehmen für das schwedische Gebäude der Forensik, in dem Verbrechen untersucht werden, fünf Tore, die selbst für Lastkraftwagen durchbruchsicher und unüberwindbar sind. Das Verfahren dafür wurde bei der Zabag entwickelt. Ein besonderer Auftrag ist bereits abgeschlossen: Für die Erneuerung der 1897 gebauten und über 300 Meter langen Kaiserschleuse, die in Bremerhaven jährlich von 1000 Schiffen passiert wird, hat die Zabag sechs bis zu zehn Meter lange Faltflügeltore geliefert. Gegenwärtig statten Grünhainichener Anlagentechniker auch das neue Terminal des Flughafens in Frankfurt/Main mit Sicherheitsanlagen aus.

Hochsichere Tore, Schranken und Drehkreuze aus dem erzgebirgischen Ort sind nicht nur in vielen namhaften deutschen Unternehmen, in Gerichten, Justizvollzugsanstalten und Ministerien zu finden, sondern kommen weltweit zum Einsatz: in der deutschen Botschaft in Addis Abeba, in der Botschaft Singapurs in Berlin, in finnischen Kraftwerksanlagen und russischen Firmen. Trotz langer Referenzliste wird vermutlich der Firmenchef aus Grünhainichen längst nicht alle Auftraggeber erwähnen - immerhin wird im Gewerbegebiet des Erzgebirgsdorfes Hochsicherheitstechnik für sensible Bereiche gefertigt ...

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Zschopauer Zeitung, 26.07.2011