60 Jahre und kein bisschen altbacken

Annaberg-Buchholz. Seit mehr als 500 Jahren gehört der Bäckeraltar - als Zunftaltar in seiner Ausführung in Deutschland einzigartig - zu den seltenen Kunstschätzen in der Sankt Annenkirche und zeugt von der jahrhundertealten Tradition des Handwerks in der Stadt. Im Vergleich dazu nimmt sich die Erzgebirgische Backwaren GmbH eher wie ein Jungspund aus. Dabei hat das Unternehmen auch schon einiges erlebt, seit am 1. April 1957 die damals zahlreichen Backbetriebe im Kreis Annaberg zu einem Volkseigenen Betrieb zusammengeschlossen wurden.

 

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Erneut begann eine schwierige Zeit, die auch mit der Privatisierung 1992 noch nicht zu Ende war. "Wir hatten die sozialistische Planwirtschaft überlebt und mussten nun schnell in der Marktwirtschaft ankommen", erinnert sich Geschäftsführerin Martina Hübner an die Anfangsjahre. Eine der wichtigsten Aufgaben: einen eigenen Verkauf aufbauen. Im Laufe der Jahre sind aus der ersten am Firmensitz aufgebauten Holzbude mehr als 40 Backwarenfachgeschäfte geworden, erstreckt sich das regionale Vertriebsnetz auf einen Umkreis von mehr als 50 Kilometern. Überregional liefert das Unternehmen, das seit 2007 unter dem Namen Annaberger Backwaren GmbH firmiert, insbesondere "Original Erzgebirgischen Butterstollen" in mehr als 50 Länder weltweit. So wurden seit 1990 insgesamt mehr als 25 Millionen Euro in Gebäude und Maschinen, den Fuhrpark sowie in Filial- beziehungsweise Caféausstattungen gesteckt.

 

Viele gute Gründe also, um das 60-jährige Bestehen mit vielerlei Aktionen zu feiern. Der Höhepunkt aber steht am Freitag bevor: die Nacht der offenen Backstube.

 

 

 

 

Quelle: Freie Presse vom 30.08.2017, Antje Flath