25 Jahre KREMPEL GmbH & Co. Pressspanwerk KG in Thalheim & Zwönitz

Composite-Fertigung in Zwönitz. (Foto: KREMPEL Group)
Composite-Fertigung in Zwönitz. (Foto: KREMPEL Group)

Anpacken für Arbeitsplätze. Werkstoffe für die Welt.

Einer der größten Arbeitgeber in Thalheim und Zwönitz. Ausbilder für Berufe mit Perspektive. Hersteller weltweit gefragter Werkstoffe und Halbzeuge für Energieversorgung und elektrische Maschinen, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und viele wichtige Anwendungen mehr. Leistungsstarke Produktion nach modernen Umweltstandards.

 

Die jüngste 25-Jahre-Bilanz der Pressspanwerke Thalheim und Zwönitz als Teil der KREMPEL-Unternehmensgruppe ist eine bewegte Erfolgsgeschichte – gelebt von Menschen, die in den 1990er Jahren für das Fortbestehen der traditionsreichen Betriebe kämpften und sich in Zeiten voller Herausforderungen für deren erfolgreiche Gegenwart und Zukunft engagiert einsetzen.

 

 

Wendejahre: Durch die Talsohle zum Aufschwung

Die Zukunftsaussichten der Pressspanwerke in Thalheim und Zwönitz waren Anfang der neunziger Jahre wie die vieler ostdeutscher Unternehmen nach der Wiedervereinigung: ungewiss. Hoffnung gab ihre Übernahme durch die familiengebundene Unternehmensgruppe KREMPEL im Februar 1991. Ein Ringen um das Fortbestehen der Werke begann.

 

Ein Berg von Problemen hatte sich aufgetürmt: Die Auftragslage war dramatisch eingebrochen, die ehemaligen Kombinatsbetriebe hatten weder eigene Vertriebsstrukturen noch direkte Kundenkontakte. Die Fertigungsanlagen waren veraltet, was eine Produktion nach modernen und stetig steigenden Qualitätsstandards erschwerte. Die Einführung der D-Mark und der damit einhergehende „harte“ Wechselkurs belasteten zusätzlich das Wirtschaften mit dem Mangel.

 

Aus der Not eine Tugend machen – nur mit vereinten Kräften konnte es gelingen. Das neue Mutterunternehmen KREMPEL nahm Millionenbeträge in die Hand, um die beiden Werke und ihre Fertigungsanlagen rundum zu sanieren, darunter die Papiermaschine in Thalheim, eine der weltweit größten Maschinen für die kontinuierliche Fertigung von elektroisolierendem Pressspan in Rollenform – ein Produkt mit Zukunftspotenzial. Bis es sich voll entfalten konnte, vergingen magere Jahre. Währenddessen bewies die geschrumpfte Belegschaft, dass sie zäh ist und was sie kann: Im Schulterschluss mit dem Mutterhaus kämpfte sie um Aufträge, paarte hohes technisches Know-how mit Improvisationsgeschick und arbeitete im flexiblen Schichtbetrieb abwechselnd dort, wo Arbeit anfiel, mal in Thalheim, mal in Zwönitz.

 

Der Einsatz sollte sich lohnen: 1996 schrieben die Pressspanwerke erstmals seit ihrer Eingliederung in die KREMPEL-Gruppe schwarze Zahlen. 1997 begannen sie Papiertechnologen auszubilden für fachmännischen Nachwuchs aus den eigenen Reihen. 2000 konnten wieder neue Mitarbeiter eingestellt werden. 2002 wurde die Modernisierung beider Standorte abgeschlossen, begleitet von einem Einstieg in die Fertigung von faserverstärkten Kunststoffen (Composites) unter anderem für die Luft- und Raumfahrt. So feierte man 2002 nicht nur den „Familientag“, das traditionelle KREMPEL-Mitarbeiterfest, zum ersten Mal in Zwönitz, sondern auch das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen: Die Talsohle war endlich überwunden und die überlebenswichtige Wettbewerbsfähigkeit erreicht.

 

Wachstumsjahre: Starke Aufstellung für die Zukunft

Die Pressspanwerke Thalheim und Zwönitz sind gestärkt für die Herausforderungen der Märkte. Und die reißen nicht ab: Gefordert werden fortschrittliche Lösungen für neue Technologietrends, verlässliche Qualität und Vielfalt aus einer Hand, höhere Produktionseffizienz nach modernen Umweltstandards. Die KREMPEL-Pressspanwerke wachsen mit diesen Anforderungen und setzen die im Erzgebirge verwurzelte Tradition der Innovation nachhaltig fort. 

 

Die Investitionen gehen weiter: Die Produktion beider Werke wird stetig erneuert, das Leistungsspektrum um erfolgversprechende Produkte erweitert. Allein in den Aufbau einer neuen Fertigung von elektroisolierendem Pressspan in Tafelform steckt KREMPEL im Jahr 2007 rund 15 Millionen Euro – bis dato eine der größten Einzelinvestitionen in der 145-jährigen Geschichte der Unternehmensgruppe.

 

Entwicklungen werden vorangetrieben, die Zertifizierung für Luft- und Raumfahrt absolviert: KREMPEL-Pressspan dient vor allem der Isolierung von elektrotechnischen Maschinen und Anlagen, deren Leistung und Beanspruchung kontinuierlich steigen. Damit die Pressspan-Isolierstoffe zuverlässig Schritt halten, arbeitet KREMPEL mit dem Forschungsinstitut PTS in Heidenau an der Verbesserung ihres Grundstoffs, der Zellulosefaser. Der Produktbereich „Faserverstärkte Kunststoffe“ (Composites) wird ebenfalls zukunftssicher aufgestellt: Nach weiteren Millionen-Investitionen in die Fertigung in den Jahren 2013 und 2014 wird 2015 die Zertifizierung für Luft- und Raumfahrt nach DIN EN 9100 abgeschlossen – ein wichtiger Schritt, um in diesem Wachstumsmarkt für Composites auch zukünftig erfolgreich konkurrieren zu können.

 

Global gefragte Lösungen für die Energieversorgung sowie Luft- und Raumfahrt werden ausgeliefert: Mit dem KREMPEL-Pressspan „Powerboard“ wird das ständig unter Strom stehende Innenleben von Öl-Transformatoren mit einer Leistung von einigen 100 MVA isoliert. Leistungstransformatoren wandeln Strom mit hohen Spannungen auf niedrigere Spannungen um – ein unerlässlicher Schritt auf dem langen Weg des Stroms zum Endverbraucher. Faserverstärkte Kunststoffe von KREMPEL sind prädestiniert für die Luft- und Raumfahrt und werden unter anderem in Airbus-Flugzeugen eingesetzt. Härter als Stahl und leichter als Aluminium ermöglichen sie die Konstruktion hochbelastbarer und zugleich leichtgewichtiger Flugzeug-Bauteile – im Sinne des sicheren Flugverkehrs und zur Schonung des lastabhängigen Treibstoffverbrauchs.

 

Umweltschutz gehört dazu: Seit der Übernahme der Pressspanwerke ist jeder Um- und Ausbau mit Umweltschutzmaßnahmen verbunden. So werden 2002 die Sanierungen der Stauwehre abgeschlossen, die der Frischwasser-Entnahme aus der Zwönitz für die Zellulose-Aufbereitung in der Pressspan-Produktion dienen. Integrierte Fischtreppen erleichtern Fischen zusätzlich die Überquerung der neuen Wehre. Zwei der jüngsten Maßnahmen in 2014 und 2015: Für die Zertifizierung des Energiemanagements-Systems nach DIN EN ISO 50001 stellt man unter anderem die Dampferzeugung für die Trocknung der Pressspan-Produkte von Heizöl auf Erdgas um – Effekt: Steigerung der Energieeffizienz um ein Drittel und Senkung der CO2-Emissionen. Einen weiteren Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs leisten neu integrierte Wärmetauscher; sie nutzen den bei der Pressspan-Trocknung entstehenden Abdampf für die Wassererwärmung.

 

Portrait KREMPEL-Unternehmensgruppe

Als familiengebundenes Unternehmen ist die KREMPEL-Gruppe ein unabhängiger Produzent von hochwertigen Halbzeugen und Systemlieferant von modernen Werkstoffen. Mit ihren Elektroisolierstoffen, Solarmaterialien, Verbundwerkstoffen, Elektronikmaterialien und Speziallaminaten zählt die Unternehmensgruppe in vielen Bereichen zu den Weltmarktführern. In ihren Produktionsstätten in Deutschland, England, Polen, Brasilien sowie China werden circa 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Vertriebsgesellschaften in Österreich, Großbritannien, den USA, Thailand und China sichern den schnellen Vor-Ort-Service.

 

In Zwönitz produziert das Unternehmen mit 125 Mitarbeitern Elektroisolierenden Pressspan in Tafelform & Composites-Formteile. Knapp 60 Mitarbeiter arbeiten im Thalheimer Werk und stellen hier elektroisolierenden Pressspan in Rollenform her.