Neue Heimat – neues Unternehmen

10.06.2014

Alzbeta Mauersberger arbeitete Mitte der 1990er Jahre in der Rezeption des Kurhotels Jalta im slowakischen Piestany als Hotelfachfrau. Die heute 46-jährige hätte sich damals nicht vorstellen können, dass sie einmal als Inhaberin einer Reiseagentur am selben Ort Angebote für ihre Kunden aushandeln wird. 15 Jahre nachdem die Unternehmerin ihren Geburtsort verlassen hat, fügen sich ihre Wurzeln, Branchenerfahrung und die neue Heimat der Slowakin zu einem gelungen Mix zusammen, um erfolgreich selbstständig ein Unternehmen führen zu können.

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Jahnsdorf/ Annaberg-Buchholz, 10. Juni 2014.Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen, das gilt für Alzbeta Mauersberger damals wie heute. Ihre Passion sind Kurreisen in die Heilbäder und Thermen Osteuropas sowie Wellnessreisen in ganz Europa. Aufgewachsen in der Tschechoslowakei, als junge Frau nach Deutschland ausgewandert, integriert sich die Slowakin schnell in die erzgebirgische Gemeinde Jahnsdorf. Von hier koordiniert die Unternehmerin ihre Reiseangebote und kann Dank Orts- und Sprachkenntnis ideale Pakete für Kunden in ganz Deutschland zusammenstellen.

Auf Umwegen zum Traumjob

1997 kam Alzbeta Mauersberger nach Abitur, einer Ausbildung zur Hotelfachfrau und mit jahrelanger Berufserfahrung nach Deutschland. Trotz sehr guter Deutschkenntnisse wollte der Start in der Reisebranche jedoch nicht direkt gelingen. 2002 bewarb sich Mauersberger schließlich auf ein Stellenangebot als Reiseverkehrskauffrau für Kurreisen in Chemnitz. Das Vorstellungsgespräch verlief anders als erwartet, denn der Geschäftsführer kannte die junge Frau noch aus Piestany und wollte die Osteuropäerin sofort im Team haben.

Insgesamt 10 Jahre hat Elisabeth Mauersberger für eine Kurreiseagentur in Chemnitz gearbeitet, Weiterbildungsangebote wahrgenommen und natürlich Angebote aus Osteuropa vermittelt. Im Januar 2013 gründete sie schließlich ihre eigene Agentur für Kur- und Urlaubsreisen in Jahnsdorf und profitiert noch heute von der Bekanntheit der Kurorte bei älteren Menschen. Die Slowakin fährt regelmäßig in die bekannten Kurorte in Osteuropa, wie ihre Heimatstadt Piestany, das tschechische Franzensbad und Marienbad oder an die polnische Ostsee. Zum einem kann die Unternehmerin hier am besten die Qualität ihrer Angebote sicherstellen, zum anderen trifft sie hier auf neue Kunden aus ganz Deutschland. Hier fügen sich die Sprachkenntnisse der in der Tschechoslowakei geborenen und nun in Deutschland lebenden Kurreiseexpertin ideal zusammen.

Schnell im Erzgebirge eingelebt

Heute beschreibt die Slowakin das Leben in der 5600 Seelen-Gemeinde Jahnsdorf als ideal, um schnell Anschluss zu finden: „Neu und fremd im Ort, war natürlich anfangs das Interesse für mich groß. Da ich die deutsche Sprache schon recht gut beherrscht habe, konnte ich direkt auf die Menschen zugehen und das Eis war schnell gebrochen.“

Alzbeta Mauersberger wuchs in der ehemaligen Tschechoslowakei auf, in der Schule lernte die heute 46-jährige als erste Fremdsprache noch Deutsch. Sie versteht aufgrund der Landesgeschichte die westslawischen Sprachen Tschechisch und Polnisch sehr gut und kann sich bei ihrer heutigen Arbeit natürlich auch immer wieder in ihrer Muttersprache verständigen. „Heute ist das anders, die Jugendlichen in den osteuropäischen EU-Staaten lernen nur noch selten andere slawische Sprachen. Die Fremdsprache ist in erster Linie Englisch, insofern ist heute die Sprachbarriere für einen beruflichen Start in Deutschland mitunter schwieriger.“, vermutet die Slowakin.

1997, als Mauersberger im Erzgebirge bei ihrem Partner Fuß fassen wollte, war die Slowakei eine junge Republik und noch kein Mitglied in der Europäischen Union. In ihrem Umfeld fühlte sich die gelernte Hotelfachfrau wohl, musste jedoch alle drei Monate für einige Wochen in die Slowakei zurück, da damals noch keine Arbeitnehmerfreizügigkeit galt. Heute genießt die 46-jährige Unternehmerin alle Vorzüge der Europäischen Integration, das Leben im Erzgebirge und viele Reisen in bekannte Kurorte. „Das Beispiel Alzbeta Mauersberger zeigt wie gelebte Willkommenskultur im Erzgebirge funktioniert, wenn die sprachlichen Voraussetzungen stimmen und das Umfeld die Integration unterstützt.“, kommentiert Dr. Peggy Kreller vom Regionalmanagement Erzgebirge die Zuwanderergeschichte der Slowakin.