Olbernhauer Firma erhält Industriepreis der Hannover Messe

Torsten Enders, Geschäftsführer der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH
Torsten Enders, Geschäftsführer der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH

Meerwasserentsalzungsanlage von Wätas ausgezeichnet

Hannover/Olbernhau. Eine neue Technologie zur Wassergewinnung im Untersiedebereich aus Meerwasser oder verschmutzten Flüssigkeiten durch Nutzung von Abfallwärme und Umgebungsluft wurde erstmals zur Hannover Messe einem breiten Publikum vorgestellt. Eine Expertenjury aus Professoren und Fachjournalisten ist vom wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Nutzen besonders überzeugt und zeichnet das Unternehmen mit dem Prädikat BEST OF 2015 aus.

 

Der Geschäftsführer der WätaS Gruppe, Torsten Enders, beschreibt in den vielen Anfragen auf dem Messestand zur Hannover Messe die innovative Technologie:

„Die energieeffiziente Wasserentsalzungsanlage leistet einen bedeutenden Beitrag zur Lösung eines Menschheitsproblems in der Welt – die stabile, preiswerte und hygienische Versorgung mit dem Nahrungsmittel Nr. 1 – Wasser. Uns kam es bei dieser Entwicklung darauf an, die Abläufe in der Natur technisch nachzuempfinden. … salzhaltiges Wasser über dem Meer verdampft, kondensiert in höheren Luftschichten aus und fällt als Süßwasserregen auf die Erde zurück. Diesen Prozess können wir als Urfertiger von Lamellenwärmetauschern sehr gut mit einer hohen Wasserausbeute abbilden. Nun ging es nur noch darum, das Wetter in einen Container einzusperren und kontinuierlich trinkbares Wasser zu erzeugen. Wir freuen uns, dass es nach mehreren Monaten der Entwicklung gelungen ist, nun ein Produkt anbieten zu können, welches sich durch Vorteile für den Kunden und die Umwelt auszeichnet – die Nutzung von Abfallwärme unter 100 °C ist möglich, die Vermeidung chemischer Zusätze, es bleiben keine hochkonzentrierten Salze oder Salzlaugen zurück, es ist der dezentrale-kleinteilige Einsatz möglich, der Stromverbrauch je Liter erzeugtem Wasser beträgt nur 2 Watt.“

 

„Wir sind derzeitig mit einer Hotelkette im Mittelmeerraum in Angebotsverhandlungen. Diese bewegt die Aufgabenstellung, zukünftig selbst die Bereitstellung von Trinkwasser für die Hotelgäste organisieren zu müssen. Der Staat möchte für Infrastruktur nur noch einzelne Schwerpunkte bedienen. Jetzt ergibt sich mit der WätaS-Lösung die Möglichkeit, die Abfallwärme der vorhandenen Blockheizkraftwerke für Stromerzeugung erstmals weiterzuverwenden – nämlich für die eigene Produktion von Trinkwasser und das mit einem überschaubaren Investitionsaufwand.“

 

Die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit steht unter einem besonderen Aspekt, welcher sich von üblicherweise zu beurteilenden Wirtschaftsgütern abhebt. Dieser wird von der Bedeutung des Lebensmittels Wasser und dem damit verbundenen Recht der Menschen auf Wasser zur Aufrechterhaltung der Lebensgrundlagen geprägt. Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist 2010 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt worden.

Die Lösung der Aufgabenstellungen erfordert hohe finanzielle Aufwendungen durch Nationalstaaten oder nichtstaatliche Investoren. Daraus ergibt sich das Erfordernis, hocheffektive Gewinnungsverfahren mit einer hohen Wasserausbeute je Zeiteinheit bei geringen Kosten für deren Betrieb und Anschaffung verfügbar zu machen. Das ist der Weg zur Verbesserung der Lösungen nach dem Stand der Technik. Das Preis-Wert-Verhältnis für den Konsumenten ist also durch die Priorität der Verwendung vorherbestimmt. Wasser macht das Leben erst lebenswert.

Unter Verwendung der WätaS-Technologie mit  Abwärmenutzung können die Kosten je Liter entmineralisiertes Wasser bis zum zehnten Teil im Wettbewerbsvergleich gesenkt werden. Selbst wenn als Primärenergie Heizöl zum Einsatz kommen müsste, weil keine Abwärmequelle vorhanden ist,  werden die Energiekosten gegenüber dem Verfahren Umkehrosmose um ca. 50 % unterschritten.

 

Im Vergleich zu bereits etablierten Verfahren erfolgt keine für die Natur schädliche Aufkonzentration der Restprodukte zu Salz oder Salzlake als Abfallprodukt mit Entsorgungsaufwand und Gefährdung für die Umwelt. Das in das Meer rückfließende Wasser wird nur um ca. 0,3 % Salzgehalt erhöht, was für die Natur unbedenklich ist.