Vogelbeere und Co. locken Besucher an

Bei der Lautergold Paul Schubert GmbH ist gestern der 10.000. Reisebus vorgefahren. Das Unternehmen macht zurzeit gute Geschäfte.

Von Gunter Niehus

Lauter - Mit diesem Aufgebot hatte Margita Neuber nicht gerechnet: Steffen Kindt und Mandy Frank vom Erzgebirgsensemble Aue sangen für sie und ihre Mitreisenden erzgebirgische Weisen, Vogelbeerkönigin und -prinzessin kredenzten leckere Liköre, Bürgermeister und Geschäftsführer begrüßten sie mit herzlichen Worten. "Das war doch mal eine schöne Überraschung", so Neuber. "Der Busfahrer hatte aber schon angekündigt, dass uns etwas Besonderes erwartet."

 

Gestern fuhr bei der Lautergold Paul Schubert GmbH der 10.000 Reisebus vor. Zu diesem Anlass hatte Geschäftsführer Jürgen Siegl das Großaufgebot zur Begrüßung organisiert. "Im März 2003 konnten wir den 5000. Bus begrüßen", erinnert sich Siegl. Da schon seit Anfang der 1990er Jahre Busse auf das Betriebsgelände rollen, hatte es mehr als zehn Jahre gedauert, bis die ersten 5000 voll waren. Die zweiten 5000 waren dagegen schon nach sieben Jahren erreicht. Daraus folgt: Bei dem Lauterer Unternehmen geht es aufwärts.

Siegl ist mit der Entwicklung auch durchaus zufrieden. Seit der Reprivatisierung wurden rund eine Million Euro investiert. Museum, Kräutergarten, Probierstube - vieles ist neu entstanden. Zudem wurde die Produktpalette stets erweitert. Das Flaggschiff bleiben die "Vogelbeertropfen". Doch mittlerweile ist viel Hochprozentiges dazukommen - als vorerst letztes im vorigen Jahr der Vogelbeergeist. Die 17 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von rund zwei Millionen Euro im Jahr. Mit einem leichten Plus von fünf Prozent in diesem Jahr. "Einen Likör-Boom gibt es sicherlich nicht", räumt der Geschäftsführer ein. Dafür ist der Markt zu klein. Es gebe aber viele Kunden in der Region, für die Qualität eine große Rolle spielt. Diese würden Lautergold die Treue halten.

"Unser Hauptabsatzgebiet ist interessanterweise der Zwickauer Raum", sagt Siegl. In der Heimatstadt laufe es leider nicht ganz so gut. "Ich finde es schade, dass nur vergleichsweise wenige Lauterer mit ihren Gästen hierherkommen", so Siegl. Immerhin sei gerade die Laborantenstube für kleine Feierlichkeiten bestens geeignet. Darüber hinaus wünscht er sich weitere Lauterer Unternehmen, die ebenfalls als Besuchermagnet Gäste in die Vogelbeerstadt locken. "Es ist immer einfacher, wenn man zwei oder mehr touristische Sehenswürdigkeiten in einer Region anzubieten hat."

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 12.11.2010