SERIE: MADE IN ERZ - Grundschüler lernen spielend Rechnen

Rechendominos sind vor allem bei Grundschülern ein Begriff. Zur Nürnberger Spielwarenmesse hat die Holzspielzeugwaren GmbH Blumenau zwei neue Varianten vorgestellt und diese damit auf acht erweitert. Mehr als 1200 der Spiele liefert die Firma jährlic

VON WILFRIED SAWORSKI

BLUMENAU - Mit einem Rechendomino aus der Erzgebirgischen Holzspielwaren Ebert GmbH haben Grundschüler beim Lernen leichtes Spiel. "Unsere Dominos helfen dabei, Grundkenntnisse in der Mathematik zu festigen", erzählt Firmeninhaber Jürgen Ebert. "Sie gibt es zum Addieren und Subtrahieren im Zahlenbereich bis 100, aber auch in anspruchsvollen Varianten." Damit können zum Beispiel Einheiten wie Masse, Volumen und Länge untereinander umgerechnet werden. Diese Rechendominos haben zur Nürnberger Spielwarenmesse auch in Dänemark das Interesse geweckt. Eine Lieferung in das Land ist bereits erfolgt. Die acht Varianten Dominos, seit der Nürnberger Spielwarenmesse gibt es sie auch für Zeit und Euro, sind allesamt eigene Entwicklungen. "Bei den Spielen stimmen wir uns mit Grundschullehrern ab", ergänzt Jürgen Ebert. "Schüler mit Lernschwierigkeiten können so gezielt gefördert werden."

"Bei älteren Menschen wecken die Holzbaukästen Erinnerungen an die Kindheit."

Jürgen Ebert Firmeninhaber

Alles was an Spielzeug und Spielwaren aus der Ebert GmbH kommt, besitzt seinen Ursprung in den traditionellen Blumenauer Holzbaukästen. Typisch für eine antike Version sind die Fenster und die gedrechselten Säulen. Auch heute sehen diese Baukästen, einschließlich des Bildes auf dem Kastendeckel, noch so aus wie vor 80 Jahren. Das Festhalten an der Tradition zeigt seine Wirkung. "Bei älteren Menschen wecken die Holzbaukästen Erinnerungen an die Kindheit", nennt Jürgen Ebert einen Grund. "Davon haben nicht wenige Enkel etwas, weil Großeltern die Baukästen gern verschenken. Oft werden sie auch über Generationen weitergegeben. Holzspielzeug aus Blumenau mit dem Verbandswarenzeichen "Echt Erzgebirge - Volkskunst mit Herz" ist zudem ein Aushängeschild für Region und Handwerk. Verschiedene der Spiele sind naturbelassen, sodass die Holzmaserung zu sehen ist. "Holz ist einer der hygienischsten Werkstoffe überhaupt und wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften besonders auch als Spielzeug für Kleinkinder geeignet", sagt Jürgen Ebert. Als gelernter Tischler hat der 38-Jährige das Gefühl für den Werkstoff Holz. Seine Unternehmensphilosophie: "Wir richten uns danach, was mit den Maschinen möglich ist, wonach die Kunden fragen und achten darauf, dass alles bezahlbar bleibt."

Verschickt werden die Erzeugnisse bundesweit, in die USA, nach Japan, Korea, Russland, Australien, in fast sämtliche europäische Länder. Kunden sind auch Ergotherapeuten, Lehrmittel- und Buchhändler. Jährlich werden in der Ebert GmbH etwa 150 bis 200 Kubikmeter Holz, davon zumeist einheimisches Buchenholz, verarbeitet. Mit dem Firmenchef zählt die Belegschaft sieben Spielzeugmacherinnen und Spielzeugmacher.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Zschopauer Zeitung, 27.04.2011