Perspektiven für die berufliche Zukunft

Woche der offenen Unternehmen 2012

Zur "Woche der offenen Unternehmen" vom 12. bis 16. März öffnen im Erzgebirgskreis in diesem Jahr 248 Unternehmen die Türen für Mittelschüler ab Klasse 7, für Gymnasiasten ab Klasse 9 sowie für Fachoberschüler und Förderschüler.

 

Die Woche steht zum wiederholten Mal unter dem Motto "Überlegst du noch oder weißt du?s schon?". Hintergrund der im Jahr 2003 ins Leben gerufenen Aktion ist es, den Jugendlichen zu ermöglichen, innerhalb einer Woche in mehrere Berufsbilder in den Firmen vor Ort zu schnuppern. So soll der Blick hinter die Kulissen den jungen Leuten und ihren Eltern sowie Lehrern Eindrücke der Berufsbilder vermitteln, aber auch die Chance geben, vor Ort zum Beispiel nach Praktikumsplätzen zu fragen und mit Firmenchefs oder Auszubildenden direkt ins Gespräch zu kommen.

"Uns ist eine frühzeitige Information der Jugendlichen und deren Eltern vor Ort wichtig", sagt Organisatorin Kerstin Hillig von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge (WfE). Und weiter: "Das gesamte Angebot wurde seit 2007 Jahr für Jahr deutlich ausgebaut. Es soll den Jugendlichen verdeutlichen, dass die Perspektiven und Möglichkeiten in unserer Region vielfältig sind. Auch sind Vergleiche bei unterschiedlichen Firmen mit ähnlichen Berufsbildern ausdrücklich gewünscht."

Im Angebot sind in diesem Jahr erzgebirgsweit 118 Ausbildungsberufe und 47 Studiengänge beziehungsweise Aufstiegsfortbildungen für Gymnasiasten. Gerade die Angebote für Gymnasiasten wurden gegenüber dem Vorjahr mit damals 18 Offerten extrem ausgebaut. Letztere reichen von der Architektur über die Geologie und Humanmedizin bis hin zum Wirtschaftsingenieurwesen.

Bei den Berufsausbildungen dominieren im Erzgebirge das verarbeitende Gewerbe, insbesondere der Metallbereich, sowie der soziale Bereich mit Berufsbildern in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen. Die Büro- und Verwaltungsberufe rangieren an dritter Stelle - alle anderen Branchen, zum Beispiel die Elektro-, Textil-, Bau-, Holz-, Papier und Automobilbranche sowie der Handel sind ausgewogen verteilt. Bei den knapp 500 möglichen Terminen in den Firmen sind die Berufsbilder Altenpfleger, Bürokauffrau, Industriemechaniker, Mechatroniker, Werkzeug- und Zerspanungsmechaniker am häufigsten vertreten. Hier gibt es das größte Angebot und perspektivisch gute Ausbildungsstellen. Durch die Steigerung der teilnehmenden Firmen wird natürlich auch die Palette der Berufsbilder bunter. So sind unter anderem neu dabei der Beruf des Journalisten, des Vermessungsingenieurs, der Erzieherberuf im Bereich Kindertagesstätten, Berufe bei der Landestalsperrenverwaltung, Bergbauberufe und -studiengänge sowie die Lehrerberufe an unterschiedlichen Schultypen.

Kernstück in Vorbereitung der Vor-Ort-Termine bei den Firmen ist wie in jedem Jahr eine Broschüre, in der alle Berufsbilder mit den jeweiligen Terminen fixiert sind. Die Eltern sollten unbedingt diese Chance nutzen, gemeinsam mit ihren Kindern zu Hause in dem umfangreichen Heft zu blättern und die Berufsbilder entsprechend den Neigungen ihres Heranwachsenden herauszusuchen. Die Wunschtermine tragen die Schüler dann in die Vordruck-Liste ein und geben diese bis Anfang Februar beim verantwortlichen Lehrer ab. Durch die Wirtschaftsförderung Erzgebirge werden dann die Terminlisten aller Schulen des Erzgebirgskreises mit den Unternehmen abgestimmt und komplett bestätigt an die Schulen zurück geleitet. Im vergangenen Jahr wurden so über 7000 Termine koordiniert.

Auf der Internetseite www.berufsorientierung-erzgebirge.de finden Schüler, Lehrer und Eltern ebenfalls sämtliche Informationen zur Koordination und zum Ablauf der Woche der offenen Unternehmen sowie die Broschüre zum Download im pdf-Format. Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Seite auch für viele andere Fragen rund um das Thema Studien- und Berufsorientierung. Ebenso sind dort auch neueste Daten zum Erzgebirgskreis und Infos zu Wirtschaft, Demografie sowie dem Arbeits- und Absolventenmarkt abrufbar.

Der Mangel an Fachkräften ist in nahezu allen Branchen angekommen. Vor diesem Hintergrund sind die Unternehmen der Region daran interessiert, den Heranwachsenden und deren Eltern die Ausbildungsmöglichkeiten im Erzgebirge vorzustellen.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 28.01.2012