Messen haben Leichtbau im Fokus

Der Einsatz von Gewebe ist eine zukunftsträchtige Fertigungstechnik. Neueste Entwicklungen stellen die Industrieschauen M-Tex und Lima in Chemnitz vor.

VON RAMONA NAGEL

CHEMNITZ - Förderband ist nicht gleich Förderband. Sie unterscheiden sich nicht nur in Größe und Lastaufnahme, sondern auch in Gewicht und Energieverbrauch. Noch sind diese Transportanlagen zumeist aus Stahl, damit sehr schwer und energieintensiv im Betrieb. Deshalb tüfteln Ingenieure und Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Chemnitz an den Förderketten der Zukunft. Die Alternative Kunststoff ist leichter, jedoch auch nicht so stark belastbar. Das Chemnitzer Team arbeitet nun an einer faserverstärkten Einlage. Damit sollen dem Stahl ähnliche mechanische Eigenschaften erreicht werden.

Symposium vertieft

Gerade erst wurde das Einlegeteil aus faserverstärktem Kunststoff entwickelt. "Nun arbeiten wir an einem Kettenglied und entsprechenden Werkzeugen für dessen Herstellung", sagte Michael Schreiter, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU. In den nächsten zwei Jahren soll der Prototyp der Förderkette der Zukunft laufen. Ihre Ergebnisse stellt das Team zum Messeduo M-Tex/Lima vom 8. bis 10. Mai 2012 vor.

Bei der mtex Internationale Fachmesse & Symposium für Textilien und Verbundstoffe im Fahrzeugbau stehen verbesserte Materialeigenschaften von Textilien und Verbundwerkstoffen und deren Anwendungen im Mittelpunkt. Ziel der Forschungen ist eine höhere Effizienz. Angesprochen sind alle Sparten des Fahrzeugbaus: Pkw- und Nutzfahrzeugindustrie, Bahn- und Waggonausstatter, Schiffbauindustrie, Luft- und Raumfahrttechnik, Hersteller von Zweirädern sowie von Camping- und Wohnmobilen - sowie deren Nachrüster und Zulieferer. Beim Symposium werden einzelne Entwicklungsrichtungen speziell erläutert und diskutiert. Schwerpunkte in diesem Jahr sind unter anderem Einsatzmöglichkeiten faserverstärkter Kunststoffe, neue Verbundmaterialien für Leichtbauanwendungen im Automobilinnenraum, Sicherheitsaspekte, wie der Aufprallschutz für Fußgänger durch den Einsatz von Integralen Motorhaubensystemen und der Flugzeuginnenraum der Zukunft. Bei der letzten Schau im Juni 2010 präsentierten sich 100 Aussteller aus neun Ländern, rund 1100 Fachbesucher informierten sich.

Region mit großem Potenzial

Die Lima - Internationale Fachmesse & Symposium für Leichtbau - zeigt neue, leichte und effiziente Werkstoffe und Verfahren im Maschinenbau sowie Konstruktions- und Fertigungsverfahren für den Leichtbau. "Sie bietet Ausstellern und Fachbesuchern eine in Deutschland einmalige Darstellung der Ergebnisse aus Forschung und industrieller Anwendung", sagte Projektleiter Thoralf Reiher. Erstmals finden diese beiden Schauen zeitgleich statt. Messe und Messebeirat sehen gerade im Werkstoffbereich bei beiden Messen viele Gemeinsamkeiten und Schnittmengen. Die letzte Lima fand im Juni 2010 gemeinsam mit der Industriemesse Sit statt. Die Region Chemnitz besitzt großes Potenzial für den Strukturleichtbau. Hier arbeiten Textilbranche und Fahrzeugbau sowie die zahlreichen Forschungseinrichtungen eng zusammen. Neben Messen wie M-Tex und Lima finden regelmäßig internationale Kongresse statt, so unter anderem das Symposium Textile Filter am 6./7. März sowie die 13. Chemnitzer Textiltechnik-Tagung am 14./15. März 2012.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 29.02.2012