Foto Gantner Instruments Environment Solutions / © Gantner Instruments Environment Solutions

Aus dem Erzgebirge in alle Welt

23.11.2016

Marktführer aus Zwönitz erobert internationalen Markt in nur 6 Jahren

Die Gantner Instruments Environment Solutions GmbH (GIES) aus Zwönitz hat sich innerhalb von kürzester Zeit zu einem der führenden Messtechnik-Unternehmen für Megawatt-Anlagen entwickelt.

Egal ob Asien, USA oder Europa - in aller Welt setzt man bei der Überwachung und Regelung großer Solarparks auf die Technik aus dem Erzgebirge.

Zwönitz, 23. November 2016.Direkt durch die Gebäudetür tritt man ins Büro der Gantner Instruments Environment Solutions GmbH (GIES) in Zwönitz ein und es wird einem sofort bewusst, hier weht Internationalität durch den Raum: Die Mitarbeiter telefonieren in Englisch, mehrsprachige Projektunterlagen sind zu sehen, der Konferenztisch ist mit Kameras, Bildschirmen und Mikrofonanlagen für Video-Chats ausgestattet. „Morgens lesen wir als erstes Mails aus Indien, abends flattern dann die Nachrichten und Telefonate aus den USA rein“, erklärt Jörg Scholz, Geschäftsführer des Unternehmens. „Genau deshalb arbeiten wir halbtags, also 12h“, ergänzt er augenzwinkernd.

GIES ist Teil der Gantner Instruments Gruppe, welche 1982 in Österreich gegründet wurde und sich auf schnelle präzise elektrische Messtechnik spezialisiert hat. Unternehmen aus der Automobil-, Luftfahrt-, Energie- oder Bau-Industrie setzen auf die Produkte der Gruppe. Das Tochterunternehmen GIES selbst wurde 2010 in Zwönitz gegründet: „Ich kam damals aus dem Bereich Umwelt- und Messtechnik, bzw. Messdatenerfassung. Aufgrund der langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Gantner Instruments boten mir die Inhaber eine führende Position in ihrem Unternehmen an“, blickt Jörg Scholz zurück. „Zu dieser Zeit hatten wir bereits an verschiedenen Orten in Deutschland gelebt, meine Frau und ich wollten jedoch zurück ins Erzgebirge, nicht nach Österreich.“ Daraufhin kam es zur Idee einer Tochterfirma im Erzgebirge. „Es folgte die Gründung der Gantner Instruments Environment Solutions GmbH vor fünfeinhalb Jahren am Mühlgraben 8 in Zwönitz. Obwohl wir den Namen der Unternehmensgruppe mittragen, sind wir in unseren Entscheidungen und unternehmerischen Tätigkeiten komplett eigenständig.“ Gerade diese Eigenständigkeit bringt dem ehrgeizigen Chef zufolge ein hohes Maß an Flexibilität und Freiheit mit sich, die den schnellen Erfolg am Markt ermöglichten.

GIES entwickelt sich schnell zu einem der führenden Solar-Messtechnik-Unternehmen.

Der Name des Zwönitzer Unternehmens verrät zudem die ursprüngliche Idee der Gründung „Ich wollte Umwelt-Messtechnik am Markt anbieten. Schnell hat sich aber gezeigt, dass wir in der Solarmesstechnik besonders stark sind“, so der Geschäftsführer. GIES bietet technische Lösungen zur Überwachung und Regelung von Photovoltaik Systemen an. „Dabei geht es nicht um Anlagen für Privatanwender, sondern um große Solarparks für institutionelle Anleger“, erklärt Scholz. „Unsere Kunden bauen Anlagen im Megawatt-Bereich. Diese Parks können mehrere Quadratkilometer groß sein und bedeuten Investitionen von bis zu mehreren 100 Millionen Euro. Durch unsere Technik sichert der Kunde sein Investment ab.“

Bereits kurz nach der Gründung konnte GIES die ersten nationalen und internationalen Aufträge verzeichnen: „Wir sind in einer Zeit gestartet, in der die Konsolidierung des Solarmarktes begann. Wir hingegen wachsen seitdem kontinuierlich.“ Dabei hat man mit den Messtechniklösungen eine Lawine losgetreten. „Durch Referenzen sowie die Präsenz auf internationalen Messen - wie zum Beispiel in Shanghai, Las Vegas, Delhi und Abu Dhabi - bekommen wir fast täglich Anfragen aus aller Welt“, freut sich der Zwönitzer. So zählt das Unternehmen beispielsweise die größten Solarparkprojektierer in Deutschland zu seinen Kunden. „Aktuell wurde das erste große Projekt in Australien umgesetzt. Zudem haben wir dieses Jahr bereits zahlreiche Solarparks in Großbritannien, Philippinen, Ghana, Indien und den USA mit Gantner Messtechnik ausgestattet“, zählt Jörg Scholz auf.

Lieferanten und Mitarbeiter sind Partner auf Augenhöhe

GIES arbeitet bei der Entwicklung und Produktion eng mit lokalen Unternehmen zusammen: „90 % unserer Produkte werden von regionalen Unternehmen gefertigt. Dabei hat man sich bewusst für das Erzgebirge entschieden: „Die Unternehmen der Region haben ein großes Know-how. Außerdem ist es uns wichtig, eine gute partnerschaftliche Beziehung zu pflegen, denn wir betrachten unsere Produzenten nicht als Lieferanten, sondern als gleichberechtigte Partner“, so der Geschäftsführer zu den Gründen. Durch die kurzen Wege können schnelle Lieferzeiten, Produktflexibilität und rasche Entwicklungszyklen gewährleistet werden. „Das ist unser Vorteil, um dem Markt immer voraus zu sein und im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, so der Erzgebirger weiter.

Neben dem partnerschaftlichen Umgang mit Lieferanten sieht Jörg Scholz auch die Gleichberechtigung im Team als wichtigen Erfolgsfaktor: „Ein gutes Betriebsklima ist Voraussetzung für motivierte Mitarbeiter und deren Leistungsfähigkeit. Dafür ist es wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen. Wir gehen wertschätzend und respektvoll miteinander um und pflegen eine offene Kommunikation.“ GIES ist seit der Gründung auf sechs Mitarbeiter angewachsen. „Hier arbeiten Ingenieure aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau miteinander“, führt der Chef auf. „Mittlerweile ist das Büro aber etwas zu klein geworden.“ Deshalb soll jetzt ein neues Gebäude in Zwönitz errichtet werden, um weiter wachsen zu können. Den Entwurf dafür haben die renommierten Architekten von Lang Vonier aus Österreich nach dem Vorbild des Gantner Instruments Headquarters geliefert, für dessen Design es bereits mehrere Preise und Auszeichnungen gab. „Wir zeigen damit, dass die Gantner Gruppe weltweit zusammengehört und technisch sowie optisch hochwertige Erzeugnisse liefert.“ Auch bei diesem Neubau will sich der Zwönitzer treu bleiben: „Der Entwurf stammt zwar aus Österreich, bauen werden das Objekt aber Firmen aus dem Erzgebirge und der Region.“