„Es geht nur gemeinsam“

Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, der Sächsische Staatsminister des Innern, Markus Ulbig, und Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH (von links) eröffneten die 4. Regionalkonferenz Erzgebirge.
Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, der Sächsische Staatsminister des Innern, Markus Ulbig, und Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH (von links) eröffneten die 4. Regionalkonferenz Erzgebirge.

4. Regionalkonferenz Erzgebirge macht Herausforderungen und Chancen für die Region deutlich

Über 150 regionale Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Vertreter der sächsischen Ministerien sind heute im Haus des Gastes „Volkshaus“ Thum zur 4. Regionalkonferenz Erzgebirge zusammengekommen.

 

„Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.“: Unter dieses Zitat von Mahatma Gandhi stellte der Sprecher des Regionalmanagements Erzgebirge und Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, die vierstündige Regionalkonferenz Erzgebirge bei seiner Begrüßung.

 

Dem schloss sich der Sächsische Staatsminister des Innern, Markus Ulbig, in seiner Eröffnungsrede an: „Wir brauchen Menschen mit Ideen und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Im Erzgebirge gibt es solche Menschen.“ Er begrüßte unter anderem den Weg, den das Erzgebirge derzeit mit den sogenannten Pilotstudien zum UNESCO Welterbetitel geht. Gleichzeitig wies der Staatsminister auch auf die anstehenden Herausforderungen der kommenden Jahre hin, die sich vor allem aus dem demografischen Wandel und dem Auslaufen des Solidarpaktes II ergeben.

 

Die konkreten Problemfelder für das Erzgebirge benannte Christian Sacher, Projektreferent des Instituts für Mittelstands- und Regionalentwicklung GmbH (imreg), in den Zwischenergebnissen der Studie „Städtenetzkonzeption Erzgebirge“: Im bundesweiten Vergleich hat das Erzgebirge eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, eine unterdurchschnittliche Produktivität, ist schlecht erreichbar und hat einen zunehmenden Fachkräftemangel in Wachstumsbranchen, der durch rückläufige Absolventenzahlen in den nächsten Jahren verschärft wird. Die hohe Industriedichte und das Verarbeitende Gewerbe als Wachstumsträger sind laut Analysen von imreg Chancen, die die Region nutzen sollte. Der Tourismus sei – im Gegensatz zum bisherigen Image des Erzgebirges – nur in einzelnen Teilräumen, wie dem Kurort Oberwiesenthal, als strukturbestimmend einzuschätzen. Eine innovative Wirtschaft als Garant für regionale Arbeit, ein stärkenorientiertes Image und eine leistungsfähige Infrastruktur – das sind die Ziele, für die das Institut für Mittelstands- und Regionalentwicklung GmbH dem Erzgebirge konkrete Handlungsempfehlungen geben wird. Die Studie soll in den kommenden Wochen fertiggestellt werden.

 

„Das Engagement der Mitarbeiter, der Gemeinde und der Region hat uns nach Geyer gebracht“, erklärte Horst Schmidt, Geschäftsführer der Büsch Armaturen Geyer GmbH, den Grund, warum das Nürnberger Unternehmen Büsch Technology GmbH & Co. KG seit 1992 im Erzgebirge einen Standort hat. Inzwischen hat das Unternehmen den Standort Geyer mit Sanierungen und Erweiterungen der Firmengebäude sogar weiterentwickelt und bildet seit 1997 Fachkräfte aus. „Das Umfeld muss attraktiv sein, um die besten Mitarbeiter akquirieren und binden zu können. Der Ruf des Erzgebirges darf nicht verschlafen oder rückständig wirken. Keiner hat eine Ahnung vom wirtschaftlichen Potenzial der Region. Deshalb unterstütze ich als Unternehmer die Aktivitäten des Regionalmanagements Erzgebirge“, sagte Horst Schmidt. Einzelne Maßnahmen der neuen Marketingkampagne hatte das Regionalmanagement Erzgebirge zuvor vorgestellt. 

 

Den UNESCO Welterbetitel betrachtet Frieder Stimpel, Bürgermeister der Stadt Schneeberg, als eine Chance, die Bekanntheit des Erzgebirges als Wirtschafts- und Tourismusstandort zu steigern. „Es geht um etwas Außergewöhnliches. Dass wir es im Erzgebirge endlich schaffen, zusammenzufinden, das ist auch eine Motivation, um nach dem Titel zu eifern“, bekräftigte er seine Hoffnung auf die Wirkung innerhalb der Region. In Schneeberg wurde bereits 2008 die erste der sogenannten Pilotstudien, die wesentliche Grundlagen für die eigentliche Antragstellung zur Aufnahme in die Welterbe-Liste schaffen, erfolgreich abgeschlossen. „Wir haben hier im Erzgebirge eine sich ständig entwickelnde Industriekultur, nicht nur etwas Statisches wie ein Gebäude oder ein Bauwerk“, machte Frieder Stimpel das Potenzial des Erzgebirges als Welterbe deutlich.

 

Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, brachte in seinen Schlussworten das Anliegen, das aus allen Vorträgen der 4. Regionalkonferenz Erzgebirge hervorging, auf den Punkt: „Es geht nur gemeinsam. Der Zusammenhalt der Erzgebirger ist die Voraussetzung für die Herausforderungen und Chancen der nächsten Jahre.“