Erzgebirge „auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe“!

Landkreise, Städte und Gemeinden legen mit der Vertragsunterzeichnung in Marienberg den Startschuss für eine erfolgreiche Antragstellung

Mit einem geschlossenen „Glück auf!“ und dem Anstimmen des Steigerliedes haben die Landräte von Mittelsachsen und Erzgebirgskreis, Volker Uhlig und Frank Vogel, sowie 31 Stadt- und Gemeindeoberhäupter auf der 1. Welterbekonferenz Erzgebirge am Montag ihre Unterschrift unter den öffentlichen-rechtlichen Vertrag zum UNESCO-Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“ gesetzt. Sie bekunden damit offiziell ihre Bereitschaft, die Trägerschaft für das Vorhaben zu übernehmen und erfüllen eine zentrale Forderung des Sächsischen Kabinetts für eine offizielle Unterstützung der Region bei der Antragstellung. „Mit dieser Vertragsunterzeichnung geht ein einvernehmliches Signal nach Dresden. Die Gremien der Kommunen haben die Unterstützung des Projektes beschlossen. Das macht deutlich, wie sehr die Region dieses Vorhaben annimmt. Wir stehen im Erzgebirge gemeinsam für das UNESCO-Welterbe-Projekt“, machte Landrat Uhlig nach der Unterzeichnung klar.

 

Der gemeinsamen Einladung des Fördervereins Montanregion Erzgebirge e.V., des Regionalmanagements Erzgebirge, des Tourismusverbands Erzgebirge e.V. und des Instituts für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte an der TU Bergakademie Freiberg waren neben den Unterzeichnern auch etwa 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Kultur sowie Förderer und Interessierte des Welterbeprojekts in die Marienberger Stadthalle gefolgt. In einer kurzweiligen Veranstaltung wurden neben gezielten Informationen zum Stand und weiteren Verlauf des Projekts auch die Vorteile und Chancen des Vorhabens vorgestellt und diskutiert. So hob der Leiter der Welterbe-Projektgruppe an der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Helmuth Albrecht, im Zuge der zwischen 2013 und 2015 angestrebten Anerkennung der Montanregion als UNESCO-Weltkulturerbe die außergewöhnliche Bedeutung für die Region hervor. Der Welterbetitel würde das Erzgebirge „weltweit bekannt machen“ und „neue Entwicklungsimpulse verleihen“. Er sei „mehr, als nur ein denkmalpflegerisches Instrument“ und als weltweites Qualitätssiegel längst zu einem „bedeutenden Wirtschaftsfaktor“ geworden. Vor allem für die Entwicklung der Tourismuswirtschaft und die Vermarktung des Erzgebirges, erläuterte die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Erzgebirge e.V., Veronika Hiebl, biete der UNESCO-Welterbetitel große Potentiale. Um diese abrufen zu können, müssten jedoch wichtige Herausforderungen erfüllt sein. Neben der „Bewahrung der Authentizität der Bergbauregion“ müsse man sich vor allem den „steigenden Qualitätsansprüchen der Gäste stellen“, betonte Hiebl. Wichtig sei, dass alle Akteure „an einem Strang ziehen“!

 

Die notwendige Geschlossenheit für das Welterbe-Projekt untermauerten die beiden Landkreise und zunächst 31 Städte und Gemeinden mit der Unterzeichnung des öffentlich-rechtlichen Vertrags. Sie bekräftigen damit, für die Finanzierung der Antragsphase aufzukommen. Jede Kommune stellt vom 1. Juli 2011 bis zur endgültigen Anerkennung als Welterberegion jährlich einen Grundbetrag von 1.000 Euro sowie einen „Objektbetrag“ von maximal 2.000 Euro pro Objekt zur Verfügung. Die andere Hälfte steuern die Landkreise Mittelsachsen und Erzgebirgskreis mit jeweils knapp 53.000 Euro pro Jahr bei. „Bis Ende des Jahres“, ergänzte Matthias Lißke, Chef der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH als Projektsteuerung, „werden bis zu sechs weitere Kommunen dem Vertrag beitreten“. Das gesamte grenzüberschreitende Vorhaben umfasst dann etwa 38 deutsche und 11 tschechische Kommunen, die sich mit ca. 55 ausgewählten Objekten am UNESCO-Welterbe „Montanregion Erzgebirge“ beteiligen. Welche Erfahrungen, Erwartungen und Erfolge mit der weltweit anerkannten Marke „UNESCO- Welterbe“ verbunden sind, berichteten drei Vertreter aus den anerkannten deutschen Welterbestätten Regensburg, Oberes Mittelrheintal und der Zeche Zollverein. Die abschließende Diskussions- und Fragerunde machte deutlich, dass noch ein großes Stück Arbeit auf den Verantwortlichen des Welterbe-Projekts ruht, um den Antrag fristgerecht bis Anfang 2013 einreichen zu können. Der Zeitplan dafür ist sehr eng gestrickt und nach wie vor gilt es, den ein oder anderen „Zweifler“ und „Kritiker“ vom Erfolg des Vorhabens zu überzeugen. Der Grundstein hierfür wurde auf der 1. Welterbekonferenz in Marienberg gelegt. Die „Montanregion Erzgebirge“ befindet sich nun offiziell „Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe“.

 

Ansprechpartner: Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, Geschäftsführer Matthias Lißke, Telefon 03733 145 101