Werbung für die Region wirkt auch über Grenzen

Zwölf neue "Botschafter des Erzgebirges" - jetzt gibt es 54 - hat Landrat Frank Vogel ernannt. Dazu gehört Bernd Hentschel, der schon seit vielen Jahren als Unternehmer und in Ehrenämtern aktiv ist.

VON FRANK NESTLER

RITTERSGRÜN - Als eine große Ehre empfindet es Bernd Hentschel aus Rittersgrün, nun ein offizieller Botschafter des Erzgebirges zu sein. "Dafür danke ich aber auch all meinen Freunden und Mitstreitern", sagt der 65-Jährige. "Denn was kann man denn alleine schon bewegen?"

Schon immer sei seine Devise gewesen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere etwas Nützliches zu leisten, erklärt der promovierte Ingenieur. Zwei Beispiele als Beleg: Hentschel ist bereits mehr als 25 Jahre Vereinsvorsitzender im Pferdesport und reichlich 20 Jahre Unternehmer, so auch Arbeitgeber für bis zu 33 Frauen und Männer.

"Bei allem, was ich mache, ist mein Bestreben, nach außen zu wirken, zu zeigen, was wir gemeinsam mit allen Mitstreitern hier in unserer Region leisten", umreißt er seinen Anspruch. "Dabei brauchen wir uns gewiss nicht zu verstecken. Oft muss ich schmunzeln, wenn aus anderen deutschen Gegenden über kleine Dinge in Großaufmachung berichtet wird. Wir Erzgebirger sind nun mal keine Aufschneider!Trotzdem ist es einfach notwendig, auch über unsere Erfolge zu reden. Sonst werden wir untergebuttert."

Der Unternehmer

Das von Hentschel mitbegründete und geleitete Unternehmen Henka Werkzeuge und Werkzeugmaschinen GmbH Rittersgrün hat sich gut entwickelt. Unter 25 Partnerfirmen in Deutschland wurde Henka 2010 Sieger im Wettbewerb und ist seit vielen Jahren im Ranking Zweiter. "Auch in Schweden, wo der Hauptlieferanten Sandvik sitzt, haben wir uns einen guten Namen gemacht und das Erzgebirge als Begriff für engagiertes Handeln rüber gebracht."

 

"Wir müssen auch über unsere Erfolge reden. Sonst werden wir untergebuttert."

Bernd Hentschel Erzgebirgs-Botschafter

Im zweiten Geschäftsbereich sind inzwischen weit über 300 Werkstätten an Berufs-, Hoch- und Fachschulen ausgestattet worden. Jetzt ist der Sprung über den Atlantik, damit der Einstieg ins internationale Geschäft gelungen: Im Mai richtet Henka in El Salvador ein CNC-Kompetenzzentrum ein, mit Maschinen und Lehrsystemen aus Deutschland, Österreich und den USA, mit Werkzeugen aus Deutschland und Schweden. Henka-Mitarbeiter schulen die späteren Ausbilder. Zudem eröffnet Henka in San Salvador mit einem österreichischen Maschinenhersteller ein Konsultationszentrum.

Seit 2010 ist Bernd Hentschel, dessen Firma 2007 mit dem "Großen Preis des Mittelstands" gewürdigt wurde, gewählter Sprecher des Mittelstand-Forums Deutschland, das diesen Preis unterstützt. Mit der Sparkasse Aue-Schwarzenberg richtete Henka vor zwei Monaten das Treffen aller Mitglieder aus ganz Deutschland zum wiederholten Mal im Erzgebirge aus - mit guter Resonanz. Ansehen erwarb sich der Rittersgrüner auch mit der Initiative für ein regionales CNC-Kompetenzzentrums in Regie des Arbeitsamtes.

Vom 1. bis 4. März ist das Rittersgrüner Unternehmen, das 1500 Metallverarbeiter mit maßgeschneiderter Zerspanungstechnik versorgt, wieder mit einem großen Stand auf der internationalen Industriemesse in Leipzig vertreten und präsentiert damit einmal mehr die Leistungsfähigkeit erzgebirgischer Firmen, laut Hentschel natürlich mit dem Slogan "gedacht, gemacht - Erzgebirge".

 

Der Vereinsmensch

Von 1972 bis 1991 wirkte Hentschel als Vereinsvorsitzender des Pferdesports in Rittersgrün und Grünstädtel. Das Wiederbeleben der Rittersgrüner Fuchsjagd ist ihm zu verdanken. In diesem Jahr gibt es die Landesfuchsjagd in Rittersgrün, erneut mit Gästen aus ganz Deutschland. 2009 wurde, von Hentschel maßgeblich initiiert, der erste internationalen Reitwanderweg von Rittersgrün nach Karlovy Vary eröffnet. Die Verbundenheit des Rittersgrüners mit Pferdesport und Region drückte sich auch im Gestalten des Festumzugs zur 750-Jahr-Feier seines Heimatorts aus: Mit seinem Vorbereitungsteam hatte er dafür mehr als 70 Pferde und über 1200 Mitwirkende mobilisiert.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 11.02.2011