Wenn der Kobold im Kopf täglich mit zur Arbeit kommt

Mitteldorf. Inzwischen arbeitet Maximilian Korb an den Paletten. Die losen Kartons mit den frisch gebundenen Büchern müssen für den Versand fertig gemacht werden. Dort hämmert der Takt der großen Buchbindemaschine nicht so laut, landet das Produkt nicht im Minutentakt vor ihm. "Das ist besser", sagt der 21-Jährige. Seit einem Jahr arbeitet Maximilian Korb in der Buchbinderei Fröhlich in Mitteldorf. Das ist nicht selbstverständlich. Denn Maximilian hat das Tourette-Syndrom und leidet an ADHS. "Ich habe einen Kobold im Kopf. Der spielt manchmal verrückt."

 

Sein Chef, Buchbindermeister Simon-Peter Fröhlich, steht zwischen der wirtschaftlichen Verantwortung für seinen Betrieb sowie der sozialen für Maximilian Korb und seine anderen Angestellten. "Es ist eine Herausforderung, für jeden von uns", gibt er unumwunden zu. 15.000 bis 30.000 Broschüren und Bücher verlassen jeden Tag die kleine Firma mit 14 Mitarbeitern.

 

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Auf die Frage, warum er das dann macht, antwortet Fröhlich: "Vielleicht eine soziale Ader. Er ist ein guter Kerl, er hat eine Chance verdient. Die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt wäre nichts für ihn." Das sieht auch Maximilian Korb so: "Dafür bin ich noch zu normal."

 

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Quelle: Freie Presse vom 16.01.2018, ​Kathrin Neumann