Weitere Produktionshalle bitter nötig

Erst vor einem Jahr hat die PF Pumpen und Feuerlöschtechnik Jöhstadt eine neue Fertigungs- und Lagerhalle in Betrieb genommen. Jetzt expandiert das Unternehmen erneut.

Von Thomas Wittig

Jöhstadt. Auf dem Gelände der PF Pumpen und Feuerlöschtechnik GmbH in Jöhstadt sind die Erdarbeiten für den Bau einer neuen Produktionshalle in vollem Gange. Das bedeutet inklusive Maschinen eine Investition von rund zwei Millionen Euro, sagt Geschäftsführer Thomas Möckel. Noch vor dem Winter sollen die Fundamente gesetzt und mit der Errichtung des Objektes begonnen werden. "Sobald es nächstes Jahr die Temperaturen erlauben, ist der Einbau des Fußbodens geplant. Die Fertigstellung haben wir für Mai 2011 terminiert", erklärt Möckel den eng abgesteckten Zeitrahmen. Geplant gewesen sei dieser Neubau schon länger, obwohl erst vor fast genau einem Jahr mit einem Anbau die Fläche des bisherigen Produktionsstandorts bereits nahezu verdoppelt wurde. "Wann es so weit sein würde, ließ sich aus der Wirtschaftskrise heraus allerdings schwer abschätzen. Auch wenn wir von dieser Krise eigentlich überhaupt nicht betroffen waren, so mussten wir doch abwarten, wie sich das gesamte Umfeld - unsere Kunden, unsere Partner - entwickeln", so Möckel. Im Frühjahr sei dann aber die endgültige Entscheidung zugunsten des Neubaus gefallen, der inzwischen dringend benötigt werde. "Wir fahren kapazitätsmäßig an der Grenze und etwas darüber hinaus", betont der Geschäftsführer, der sich bewusst ist, dass der aktuelle Zustand auch für seine Mitarbeiter belastend ist.

Mit der neuen Halle sollen die Platzprobleme endlich der Vergangenheit angehören. "Wir bauen dieses Mal gleich etwas größer als wir es tatsächlich brauchen", erklärt Möckel. Konkret belaufen sich die Außenmaße des geplanten Objektes auf 100 mal 17 Meter. Darin sollen nach der Übergabe die Bereiche mechanische Bearbeitung und Schweißen sowie - ganz neu - die Laserbearbeitung einziehen. In dem Zuge werden auch weitere Arbeitsplätze geschaffen. Wie viele genau, vermag Möckel im Moment noch nicht zu sagen. Fünf sollten es aber auf alle Fälle sein, die zur bisherigen Belegschaft hinzukommen, glaubt er. Diese zählt bereits knapp über 100 Arbeitnehmer. Um die benötigten Fachkräfte zu sichern, soll ab kommendem Jahr eine größere Zahl an Auszubildenden eingestellt werden. Jetzt sind es zwei pro Lehrjahr. Ab 2011 ist mindestens eine Verdoppelung vorgesehen. Ausgebildet werden sollen die jungen Leute unter anderem als Zerspanungsmechaniker, Industrieelektriker und Konstruktionsmechaniker.

Dass die Wirtschaftskrise tatsächlich einen Bogen um die Pumpen und Feuerlöschtechnik GmbH gemacht hat, wie es Möckel eingangs erwähnte, wird unter anderem daran deutlich, dass 2009 ein höherer Umsatz als 2008 erzielt wurde. "Und dieses Jahr könnte es sogar noch ein Stück besser werden", sagt der Geschäftsführer. Er geht von einem Umsatz aus, der deutlich über zehn Millionen Euro liegt. Daran ist unter anderem die Interschutz "schuld". Das ist die weltweit größte Messe für Feuerwehrtechnik, die dieses Jahr in Leipzig statt wie normalerweise in Hannover stattfand. Dort konnte die ohnehin schon weltweit agierende Jöhstädter Firma, die hauptsächlich Pumpen für Feuerwehren, für hochviskose (zäh fließende) Medien sowie die Landwirtschaft herstellt, Kontakte in weitere Länder der Erde knüpfen. Als Beispiele nennt Möckel Argentinien und den Oman. Ohnehin gut im Geschäft ist das Unternehmen in den Staaten der EU, Afrikas und des Nahen Ostens. "Und der chinesische Markt hat sich ebenso gut entwickelt. Deshalb planen wir auch, dort ein Vertriebsbüro aufzubauen", verrät der Geschäftsführer.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 02.11.2010